Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1845)
- Date
- 1845-07-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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M Realißruug der Messias-Zdee, bie lte6crjeugung von der Nichtigkeit des ätcherlichen Thuns gchört, nicht bkos auf den Messias geweiffagt, Ml, sie haben ihn schon selber geboren; was sie mit Sehnsucht nur erwartetm, haben sie zu gleicher Zeit in seiner realen Erfüllung geschaut; was sie sich nur wünschten, davon haben sie schon genossen, wofür sie nur den Saamen streuten, davon haben sie schon die Ernte gewonnen; worauf sie andere warten lehrten, hatten sie für sich selber empfangen.—Welcher Widerspruch aber würde hiermit in das Prophetrnchum hineingetragen?! So müssen denn und werden für das Zudrnthum die Propheten jene Felsen bleiben, an denen die brausenden, obschon in sich schwächlichen, Wellen einer modern-jüdischen Zeitbildung zerschellen. Das wäre also der innere Widerspruch, an welchem diese nenrahbinische, menschengefällige Ansicht hinsichts der Cärimonialien, im Zudenihume krankt. Sie soll sich aus den innern Bedürfnissen einer jüdischen Zeitbildung, wie sie unter die geistigen Einflüsse des Christenthums, schon seit Mendelssohn gestellt sei, mit Nothwendigkeit ergeben. Zm Wesentlichen ist also der Ausgangspunkt, den der Verfasser bei seiner Forderung nimmt, nicht etwa die konstante Autorität des Bibelworts, sondern das kameläonartige, räthselhaste Etwas, was der Zeitgeist, durch alle Fächer des socialen Wissens, mit dem oben erwähnte», unbestimmten Feldrufe: „Fortschritt!" bezeichnet. Hierüber gjebt der Verfasser stine nicht mißverständlichen Andeutungen. So sagt er unter andern: der Talmund spricht aus seinem Zritbrwußtsein, und für dasselbe hatte er Recht; ich spreche aus einem höhern Bewußtsein memer Zeit, und fm dasselbe habe ich Recht. Zn der Thal ist es etwas Großes, aus dem europäischen Keichewußtsei« hervor zu sprechen. Nicht, was man oft darunter versteht, aus einem parÄularisttjch-atowistischm, mehr oder weniger Bst Einseitigkeit oder einseitigen Richtungen verwandten, sondern auS elmm universellen, in welchem auch wirklich alle RichtungM des Geistes sich durchdmngen und gegenseitig temperirt haben. ES wäre dies die Ausgabe eines wahrhaft philosophischen Mannes, mit üefm Geistesanschauuiigcii, allumfassender Gelehrsamkeit,