Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1845)
- Date
- 1845-07-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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119 in. Forschen unermündlicher Beharrlichkeit. Der Umfang feiner objektiven Studien aber, um fle ihren wesentlichen Grundzügen nach, im kurzen anzudeuten, möchte dann ohngefähr folgender sein. Zuerst natürlich, um von der Situation unferes^errn Werfaffers, als eines Lehrers der Zuden auszugehen, müßte der Mann,, den wir suchen, eingeweiht sein in das jüdische Wissen, nach seiner ganzen Länge und Breite. Damit müßte sich dann verbinden die Kenntniß der christlichen Disciplinen und jeder bedeutenderen Phi» losophie, wie sie sich seit Plato und Aristoteles geltend gemacht, sich regenerirt und modisicirt habm. Also, um nur hier auf diesem, obschon übersehbaren, doch unendlichen Gebiete, etwas mehr auf das Einzelne einzugehen: Bekanntschaft mit der Naturphilosophie und deren Ende, dem Uebergange zu der Philosophie der Sitten. Sodann diese selber, nach ihrer Allgemeinheit und ihren besonder» Unterabtheilungen: der Philosophie der Geschichte und des Rechtes, mit ihrem Uebergange zu der Philosophie des Geistes, womit natürlich Hand in Hand gehen müßte eine genaue, pragmatische Bekanntschaft, mit der Geschichte. Wie ungeheuer ist also dieses Feld, was die Totalität deS intellektuellen Seins umschließt, wie es die Zeitbildung in sich befaßt. Wie schwierig mag es daher sein, die goldene Frucht zu brechen, die in der äußersten Krone des Baumes der organischen Wiffenfchastslkhre gewachsen ist! . Zn der Thal, wer zu solcher Höhe sich empor zu schwingen vermöchte, müßte ein gewaltiger Geist sein! Unsere Gegenwart scheint seiner zu bedürfe», wenn es doch nur ersprießlich sein könnte, daß durch eine einzige, großartige und erhabene Zndividuakität die empörtm Wogen, auf dem Meere des Glaubens, des Wissens und der Thal, ausgeglichen und geebnet würden. Diese Katastrophe soll uns aber durch das Zudenthum bevorstehn, wie es uns durch Herrn Holdheim angeboren wird. Wer eine Wahrheit zuerst gefunden, so spricht er, der lege sie zuerst auf de» Altar der Wahrheit nieder, und zögere nicht bis diese Wahrheit auch ohne ihn auf schwierigen Umwegen gefunden wird; sein Verdienst, sie gefunden zu haben, geht verloren, wenn