Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1845)
- Date
- 1845-07-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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tualsystem herabzukonstruiren, wie man behauptet, daß es dem dermaligen Zustande der' Weltbildung angemessen wäre? Aber dann würde sich ebm das Zudenthum, wenn es fich auf dergleichen Abstraktionen einlaffen wollte, von seiner ganzen geschichtlichm Basis und von dem Kern seines innersten Bestandes und seiner Wahrheit los zu machen, versuchen muffen. Es müßte aufhören zu sein, was es ist, um zu werden, was es ohne sich selber nicht werden kann. Was darf also für es blos übrig bleiben zu thun? Daß es auf sich selber und seiner eigenthümlichen Beschaffenheit beruhen bleibend, nothwendig auch die, ans ihr hervorgehendcn, zeitgemäßen Ritualien, in Betreff des fraglichen Punktes, beibehalttn und nach Befinden aus ihr erzeugen müsse. Betrachtet aber unser Herr Verfasser die Evolution des Christenthums, als auch von dem Polytheismus ausgegangen, faßbar, wie er sich denn noch kein recht konstantes Urtheil über das Charakteristische des Christenthllms gebildet zu haben scheint, dann muß es ja wohl immer auch noch mehr oder weniger heidnische Elemente in sich tragen, welche auch ihm gegenüber, dem Zudenthume die Nothwmdigkeit etwelcher, absondernder Cärimonien auferlegrn. Daß es ihm aber mit diesem Vorwurfe gegen das Christenthum sein völliger Ernst ist, geht auf das bestimmteste daraus hervor, daß er durch den Beinamen „einzig einig," den er Zehovah giebt, den jüdischen Monotheismus, über allen Vergleich höher stellen will, als die christliche Glaubenslehre, von der Dreieinigkeit in Gott. Wir jedoch bescheiden den Verfasser hinsichtlich dieses, mehr oder weniger verdeckten Vorwurfes, daß wir uns nur in ganz gleicher Weise die Dreieinigkeit in Gott vorstellen, oder vielmehr an sie glauben können, als auch der Jude den Versuch machen muß, sich Zchovah Elohim, den Engel des Herrn und den so oft erwähnten Geist der Heiligkeit Gottes, von dem sich einstmals die Menschen nicht strafen lassen wollten, und es auch jetzt noch nicht gewillt find, in einheitlicher Verbindung mit einander zu denke»/ oder vielmehr dieselbe gleichfalls in Demuth gläubig an zu nehmen.