Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1845-07-01 · Heft 7 (Juli 1845) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 7 (Juli 1845)
Date
1845-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2554542-2554550--00122-2555892
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

««den soll«,; sondern nur die letztere/ also das CL^monM-Gchtz, in dem Reiche des Messias. v Wir werfen daher zunächst die Frage auf, welches der inttndirte Ausdruck des jüdischen Cärimonial-Gesetzes sei? Offenbar, sowohl der positive Ausdruck des innern religiösen Sinnes, als auch der negative, für das sittlich religiöse Bewußtsein des BolkeS, als solchen, erzielte, von seiner, ihm in Aufgabe gestellten Absonderung, ebm so sehr des Sündlichen überhaupt, als besonders des Heidnischen, was vorzugsweise, als in Verbindung mit der Sünde stehend, gedacht wurde. Also, mit einem Worte, der Kultus des israelitischen Volkes, welcher gleich sehr der Ausfluß des Monotheismus ist, als des Partikularismus. Der Totaleffekt dieses Kultus sollte dann, auf immer nur der sein, daß der unverrückte Hinblick auf Zehovah, als den einzig einigen Nationalgott, das religiöse Bewußtsein des Göttesknechtes, in jedem Momente trägt, und, in stets nur alteruirend stattfindendem Prozesse, in gleicher Weise auch von ihm getragen wird. Herr Holdheim bezeichnet aber unbegreiflicher Weise nur dasjenige mit dem Name» Eärimonialgesetz , was auf die Erwählung des bevorzugten Volkes, aus allen Nationen der Erde, hinverwrist. Denn gab es nicht etwa auch Ritualien, welche dem Volke nur seine nothwendige Lossagung, von der Sünde, als einer geistigen Macht anschaulich machen, und dieselbe ihm auch gewährrir sollte? Oder wozu anders, als hierzu, diente der Bock, der des Volkes Sünde in die Wüste trug? Und gab cs nicht ferner auch andere Ritualien, denen der präpondcrirend positive Ausdruck einer Darstellung, vor dem Angesichte Zehovahs, in Heiligkeit Und Gerechtigkeit, zum Grunde lüg? Oder was ist doch der Sinn des ganzen Opferkultus, wenn nicht der vorwiegend positive, nur das Volk betreffende, entweder einer Substitution für die eigene Schuld, oder eines Komplimentes, des durch eben diese Schuld, bei dem Einzelnen, stets ungenügend erscheinenden Dankes und Lobes? Oder was bedeuten die Cärimonien bei der Anklage auf Ehebruch anderes, als das positive Bewußtsein der Heiligkeit Gottes, aus dem Hintergründe der Seele,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.