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Dibre Emeth · 1845-06-01 · Heft 6 (Juni 1845) · page 23

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 6 (Juni 1845)
Date
1845-06-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Bei feinerAnkmist in Aleppo ergab eS sich ihm, daß Rabbi IssaiaS sei,,«» Paß durch seine eigene Frau dahia gesaiM Hab«, W ihn leicht hätte vernichten können» und in de« Lhat hatten di« K»der» auch den Plan gehabt, Frau, Kinde« und Paß heimlich nach Marokko zu senden» Nun entstände,» neue Schwierigkeiten. Signor Pieciotti bemerkt«, daß der Paß in Lissabon ansgestM sei, wo der Original- Paß ausgetauscht worden war; da ihn jedoch auch andere österreichische^» Consuln unterzeichnet hatten, »vagte er nicht eigenmächtig über seine Ungültigkeit zu entscheiden. Di« Sache wurde nun an den General-Consul zu Beyruth berichtet/ von dein die Entscheidung kam, daß der Paß als unrichtig angesehen werden müßte; und daß nichts unternommen werden könne, bis eine Anzeige an den Gesandten iw Konstantinopei oder an das Ministerium in Wie» geinacht und ei« neuer Paß von dort ausgestellt worden sei. Diese lange Verzögerung veranlaßte Signor Pieciotti zu dem Versuche, einen gütlichen Vergleich zu Stande zu bringe». Als Jude suchte er natürlich zunächst' den Vater zn bewegen, zum Judenthum wieder zurückzutreten, doch als er bald cinsah, daß seine Ueberredungskunst ganz vergeblich sei, bemühte er sich nun, ihn dahin zu bewegen, die Kinder der Mutter zu überlassen, damit sie als Juden erzogen werden könnten. Diese« Vorschlag suchte er dadurch Gewicht zu geben, daß er de,n Baker im zusagenden Falle Geld versprach. Der Vater, obschon darüber höchst entrüstet, stellte sich jedoch als verstehe er diesen Wink nicht recht, und so wurden ihm denn 10,000 Piaster geboten, wenn er die Kinder aufgeben und sich von der Mutter scheiden lassen würde. Die Summe wurde auf 15,000 erhöht, und man wäre wahrschein» lich »och weiter gegangen, hätte nicht der Vater frei und offen seine Entrüstung an den Tag gelegt über solch' einen schäirdlichen Menschenhandel. Auch fügte er hinzu, daß, »vie er mit fester Ueberzeugung das Christenthum als den »vahren Glauben ihrer Väter, als die Hoffnung Israels, erfaßt habe, so wolle er a»»ch, daß seine Söhne ihm darin folgen sollten, und dieser sein Glaube wäre unendlich er» haben über jeden irdischen Gewinn. Dies gab Veranlassung zu einer langen Discussion über die Beweise von der Wahrheit des Christen^ thuins, hergeleitet aus dein alten Testamente. Nun wandte sich der Consul an die Frau, um diese zu bestimmen, wieder in der früheren Weise mit ihrem Manne zusammen zu leben, da er wohl wußte, daß wenn diesem «in neuer Paß gegeben würde, er dann nach österkeichischen Gesetzen dahin entscheiden müsse,, dein Vater die Kinder zu überlassen. Die Fra» willigte bald ein;, der Vertrag ward ordnungsmäßig zu Papier gebracht und dem Mann« eine Abschrift übergeben. Beide. Eheleute kehrten nun zusammen nach Beyruth zurück. Allein dort angekommen» zeigte es sich,, daß die Frau nur darum den Vorschlag eingegangen war,, um wieder nach. jenem Hafen zu gelangen, der zur Flucht so bequem war, und durch

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