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Dibre Emeth · 1845-06-01 · Heft 6 (Juni 1845) · page 22

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 6 (Juni 1845)
Date
1845-06-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Fälle drs Widerstandes aufmerksam gemacht wurde, gab Nr Kinder heraus, nnddie Juden am Bord mußten sich darein finden. Nicht ohne große Schwierigkeit und Gefahr glanzte der Väter mit den Kinder» dntch die tobende Menge der Juden zu dein Consnl. Aber hier erneuerte sich die Schwierigkeit wegen ausblriben des Passes. Der Consul that jedoch was er konnte, und endlich erbot sich ein Brrwandter Signor Picciotis, des ConsulS in Aleppo, die Kinder in fein Gewahrsam zu nehmen, bis der Streit entschieden sei, machte sich dabei verantwortlich für ihre Herausgabe, wenn das Gesetz eS »erlange, und versprach sie mit der Mutter sicher nach Aleppo zu senden, wo die Sache zuerst verhandelt werden müßte. Der Vater mußte sich wieder darein fügen, beobachtete aber auch ebenfalls wieder sorgfältig den Hafen, und nach 3 oder 4 Wochen bemerkte er, daß die Kinder mit der Mutter allein nach Ladokeeye auf ihrem Wege nach Aleppo eingeschifft werden sollten, ihm aber wollte man nicht erlauben, sie in demselben Boote zu begleiten. Da der Consul ihm immer noch nicht aus dem bereits mehrfach angeführten Grunde Schutz gewähren konnte, ihm aber die Erlaubniß ertheilt hatte, feine Rechte als Vater geltend zu machen, so verschaffte sich Levi wieder polizeilichen Beistand, und nahm die Kinder zum zweiten Male hinweg. Aber jetzt gelang es ihm nur mit Lebensgefahr, die Kinder in seine Wohnung zu bringen , und während ein Haufe der Juden das Haus umzingelte, rannte ein anderer zu dem Pascha, um ihn zu bestimmen, die Kinder mit Gewalt dem Vater wegzunehmen. Dieser indeß schlug ihnen dies Gesuch bestimmt ab, und verbot ihnen zugleich jeden Versüch, die Kinder wegzunehmen. Die Juden jedoch ließen sich dadurch nicht abschrecken; sie boten nun zunächst dem Diener des Hauses ein ansehnliches Geschenk, wenn er ihnen die Thür öffnen würde, und als dieser es verweigerte, belagerte» sie förmlich das Haus, zündeten im Garten Wachfeuer an und erklärten, daß sie nicht eher abziehen würden, bis man ihnen die Kinder ausgeliefert hätte. Am nächsten Morgen drangen die Juden wiederholt in den Pascha, einzuschreiten, der endlich versprach, um Ruhe und Frieden wieder herzustellen, sie mit Einwilligung des Vaters in seinen Schutz zu nehmen. Um dies zu bewerkstelligen verpfändete der Pascha dem brittischen Consul, Hrn. Moore, sein Wort, die Kinder sicher zu bewahren, und Hr. Moore dem Vater das feinige. Nach ungefähr 14 Tagen berichtete Rabbi Jefaias, daß er Levi'S Paß nach Aleppo gesandt habe, in Folge dessen dieser nun Anspruch auf österreichischen Schutz hatte. Der Vice- Consul nahm nun die Kinder in sein eigenes Haus, und händigte dem Vater rin ossiciell beglaubigtes Dokument ein, worin er die Gründe darlegte, warum er von den Kindern Besitz genommen, und versprach ihm zugleich, daß er sie sicher bewahren würde. Auf dies Versprechen hin und mit den nöthigen Papieren versehen, reiste Levi nun nach Aleppo ab; ein Gleichtthat seine Frau.

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