Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Le» Einfluß Lee JuLen geschützt, weigerte sie sich, die eingegangenen Verbindlichkeiten zu erfüllen. Endlich wurde sie doch dahin gebrächt, den Kontrakt zu erneuern, und er wurde nun mit der Verpflichtung, die Knder an den Vater zurückzugeben, in die Acten der dortigen Kanzlei eingetragen und dem Väter eine Abschrift davon eingehändigt, und nun kehrte« die Eltern zusammen mit den Kindern nach Jeru« salem zurück. Wir theilc» diese Geschichte, die wir dem Februarheste chtS Jewisli Intelligence entnommen haben, vorzüglich deswegen mit, um denjenigen Juden, die so gern und so oft von der Seelenkäuferei der Missionare reden, ein Beispiel zu geben, wie diese Anklage wohl eher auf sie zurückjäüt. Wir wissen wohl, daß sie gar bald mit der Finsterniß des Mittelalters, die den -Orient umlagert, hervvrrücken werden, um solche Verfahrungsweise zu entschuldigen. Aber nicht bloß in Palästina ereignen sich solche Vorfälle, sondern auch, wenig« Pens ähnliche, in unserm hochgepriesenen aufgeklärten deutschen Vaterlande, unter den deutschen Juden — der tolerantesten Menschen« klaffe auf Gottes Erdboden — und es wäre uns leicht einige solcher Beispiele mitzutheilen, wenn wir Vergnügen daran fänden; wir werden dies aber nie thun ohne die dringendste Veranlassung dazu zu Herr vr. Frankel, Oberrabbiner in Dresden, macht in seiner Zeitschrift, Aprilhest S. 146, folgende Mitthcilung: „Zm Churfürstenthum Hessen hat sich ein Verein zur Bekehrung der Juden gebildet, und steht ein Oberappellatioiisrath an der Spitze. Da in Hessen die Juden völlig emaneipirt sind und also auf staatlichem Wege keine Vortheile geboten werden, sich aber doch schon auf Erden bekunden soll „Göttlichkeit ist ein großer Gewinn," so werden jedem (oder für jeden) Proselyten hundert Thaler geboten. Wir appelliren an den Präsidenten des Vereins, ob solcher Tauschhandel denn rechtlich gestattet sei, ob hier nicht noch mehr als ein dolus bonus mit unterlaufe, da mau aufKosten der Gewiffensruhe durch das schnöde xretium Geld die Kirche zu bereichern sucht. Nach unserm Dafürhalten muß selbst das Christenthum wenig Dank dem Vereine wissen." Za, auch nach unserm Dafürhalten, wenn es so wäre. Aber wir wissen es schon, wie es um die Wahrheit solcher Berichte steht, und hoffen, daß das verehrliche Comitd oder der Herr Präsident des Vereins die Herausforderung, sich zu rechtfertigen, nicht zurückweisen wird, um sowohl die evangelischen Missions-Vereine als auch die nach Wahrheit forschenden Inden von solch' schnöden Verläumdungen, die leider gar zu gerne und leicht geglaubt werden, zu reinigen. Wir werden stets bereit sein, einem Jeden die Spälten unser« Blattes zur Zurückweisung solcher aus der Luft gegriffene« Berichte zu öffnen. .