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Dibre Emeth · 1845-06-01 · Heft 6 (Juni 1845) · page 21

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 6 (Juni 1845)
Date
1845-06-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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101 von Aleppo abgesandt. Letzi wurde nun sogleich davon in KenMG gesetzt und mit den «öthigen Instructionen versehen. Bald «ach Empfange dieser Nachricht erfuhr er auch, daß seine Frau und Kinder in Sydon angekommen seien, und da er von dem Generat-Consul in Beyruth eine Abschrift des Artikels aus dem österreichischen Gesetze, wornach er ein unbestreitbares Recht auf die freie Verfügung feiner Kinder habe, erhalten hatte, brach er, dadurch ermuthigt, von einem treuen Juden aus Beyruth begleitet, nach Sydon auf, fest entschlossen, in den Besitz seiner Kinder zu gelangen, es koste, was «s wolle. Bald erfuhr er auch, daß sie in der Stadt wären, konnte aber nicht entdecken wo. Er wandte sich nun an den Vice-Consul, allein die Juden leugneten, daß die Kinder in Sydon angekommen seien. Es blieb nun dem Vater nichts übrig, als die Bewegungen der Juden zu beobachte», und da entdeckte er bald, daß sie ein Boot gemiethet hatten, um Frau und Kinder nach Ladokeeye zu bringen. Allein, da die Juden merkten, daß ihr Plan verrathen sei — wahrscheinlich aus der Zusammenkunft Levis mit dem Kapitän des Bootes —- gaben sie denselben auf, und der Consul versprach nun Levk, die Einschiffung der Mutter nach irgend einem andern Orte als Beyruth zu verhindern, wohin er nun zurückkehrte, und wo er auch bald erfuhr, daß Frau und Kinder ihm nachgefolgt seien. Da sein Paß immer noch nicht in Beyruth angekommen war, so konnte der Consul auch jetzt nichts für ihn thun in dieser Angelegenheit, sondern mußte es ihm überlassen, sich selbst zu helfen. Da nun verpfändeten einige der angesehensten Juden ihr Wort, daß Mutter u»d Kinder im sichern Gewahrsam bleiben sollten, bis die Sache entschieden sei, und wenn zu seinem Gunsten, dann sollten ihm die Kinder ohne Weiteres ausgeliefert werden. Levi mußte sich dem fügen, beobachtete aber, indem er den Juden hierin wenig Vertrauen schenkte, alle ihre Bewegungen im Hafen genau. Nach 3 oder 4 Wochen traf ihn eines Nachmittags wie zufällig einer der reichsten Jude» Beyruths auf dem Quai. Dieser lud ihn ein, mit ihm in ein Kaffeehaus zu gehen und eine Pfeife zu rauchen, und fesselte dort seine Aufmerksamkeit durch Unterhaltung. Plötzlich jedoch stieg der Argwohn in seinem Herzen auf, daß dies eine Falle sei , er sprang auf und lief, trotz allen Bemühungen seines angeblichen Freundes ihn zurückzuhalten, auf den Quai, wo er jedoch nichts entdecken konnte. Von einem kleinen Judenknaben, durch den er schon öfters Nachricht^ von seinen Kindern erhalten hatte, erfuhr er jedoch, daß sie so eben an Bord eines Schiffes gebracht worden seien, das nach Alexandrien bestimmt war. Was war nun zu thun? Der Consul versagte ihm seinen Beistand, weil sein Paß immer noch nicht angekommen war, doch auf dessen Rath wandte er sich an die Polizei, verlangte 2 oder 3 Man», bestieg mit diesen ein Boot und fand auch das bewußte Schiff- Der Kapitän, der von allem unterrichtet und auf die üblen Folgen im

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