Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Blindenleiter nnb Vie Bkindm, und wHrmd nach 1 Mos. 12, 3. alle Geschlechter der Erde gesegnet werden durch den Segen Abrahams, der die Beschneidung zuerst im Glmibensgehorsam vollzog, werden die leiblichm Nachkommen Abrahams ausgeschlossen bleiben. Daß die Beschnridimg schon vor Abraham vorhanden gewesen, waS wahrscheinlich ist, thnt nichts gegen Auffassung der Beschneidnng Abrahams nach der Betrachtung des Textes in der Bibel. Die heidnssche Beschneidung müsst» wir ansehen, wir das heidnisthe Opfer, das wohl von Sehnsucht nach einem Bünde mit der Gottheit zeugt, aber nichts Gleiches hat Mit dem Opfer, das Moses anordnet. Hier im A. T. bmcht Alles, 83c* schneidung und Opfer, ans der Lehre von der Sündhaftigkeit des Menschen, die den Heiden in ihren Culten fern lag. Auf diese Lehre müj» sm die Rabbiner zunächst wieder zurückkommm, um dm Gehalt des A. B. zu erkennen, und wenn sie erst das haben werdm, was er giebt, st) wird chnen mehr gegeben werden. Miffionsuachrichte«. Fast in allen jüdischen Zeitschriften werden die Missionare Und die Missionsgesellschaften „der Seelenkäuferei" beschuldigt und angeklagt, und selbst ein evangelischer Prediger, Herr Dr. Löwenstein zu Drehna hat es nicht verschmäht, solche Unwahrheiten auszustreuen. Aber freilich hat man diese Anklage noch nicht beweisen können, und auch Herr Dr. Löwenstei'n weiß kein Beispiel dafür anzuführen, obschon Herr I. Lehmann, Vorsteher der Gesellschaft der Freunde in Berlin in einer Rede, welche er in der General-Versammlung dieser Gesellschaft im Monat März hielt, sich auf diesen „Diener der christliche» Kirche" beruft und hi'nzufügt, daß er diese Seelenkäuferei aus eigenen Erlebnissen kannte. (Siehe Allg. Z. d. Judenth. No. 15., S. 219.) So lange diese und ähnliche Anklagen nicht bewiesen werden, werden sie auch für nichts Anderes angesehen werden können, als für Dcrläumdungen. Aus folgender Mittheilung wird sich nun aber das Gegentheil ergeben, nämlich daß die Juden kein Mittel scheuen und selbst große Summen bieten, um, wenn auch nicht geborne Christen oder andere Glaubensgenossen zu ihrem Glauben hinüber zu ziehen, so doch'zum Christenthum übergetretene Israeliten wieder zum Judenthum zurück zu führen. Am Osterfeste 1844 wurde in Jerusalem ein Jude, Namens Juda Levi, mit seinen zwei Kindern getauft. Die Frau des Levi gab ihre Einwilligung zur Taufe nicht nur ihres Mannes, sondern auch ihrer Kinder, unter der Bedingung, daß sie als Jüdin mit ihrem Manne zusammenleben dürfe. Am 23. Juni jedoch, von den Juden dazu überredet, kehrte sie mit ihren beiden getauften Kindern, während ihr Man» in der Kirche war, wieder zu den Juden