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Dibre Emeth · 1845-06-01 · Heft 6 (Juni 1845) · page 17

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 6 (Juni 1845)
Date
1845-06-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Reeen f i o n. Rabbinische Gutachten über die Beschneidung, gesammelt und herausgegeben von S. A. Trier, Rabbiner. Als Manuscript gedruckt. Frankfurt a. M. Wir müssen es vor Allem dem Hm. Rabbiner Trier dankwissen, daß er uns durch Mittheilung dieses Manuseripts mit den benrhmtestm Lehrern der heutigen Synagoge und namentlich mit ihren Lehren in Beziehung auf dies Dogma bekannt macht. In einer Zeit der Gährung, wie die unsrige ist, ist es verdienstlich, die Dokumente irgend einer Partei an das Licht zu ziehen und sie dadurch festzuhalten, und der Beurtheilung preiszugeben. Diese Gutachten sind durch dm Reformverein in Frankfurt a. M., dessen Bestrebimgen wir im Allgemeinen als bekannt annehmen, hervorgerufen. 28 Rabbiner geben hier ein einstimmiges Bekenntniß darüber ab, daß die Beschneidung ein göttliches Gebot sei für jeden Israeliten und dessen Verwerfung und Aufhebung aus dem israelitischen ReligionsverLande nothwendig ausschließe. So sehr wir uns nun über dies Bekenntniß, gegenüber den losen Rationalisten Frankfurts, abgelegt, freuen möchten, so wird doch unsere Freude sehr getrübt durch die gewandte Oberflächlichkeit in der Behandlung des eigentlichen Kernes dieses Gegenstandes; denn wenn wir auch den schon sonst rühmlich bekannten Luzzato in Padua, und Rapoport in Prag wegen der dogmengeschichtlichen Abhandlung, die nicht ohne Gründlichkeit und mit vieler Gelehrsamkeit durchgeführt ist, vor allen anderen lobend hervorheben möchten, so vermissen wir doch auch bei ihnen ein eigentliches Eingehen in das Schriftwort, eine klare Erkenntniß der Lehre von der Beschneidung. Ob diese Rabbiner die Beschneidung als ein Sakrament ansehen, und was sie unter Sakrament verstehen, welchen Aufschluß sie dem Volke geben über dieses Bundeszeichen, um es als nothwendiges, aus seinem innern Wesen zu erweisen, sucht man vergeblich. Es ist ihnen kurzweg Alles dunkel und verborgen, und muß es sein, weil sie nicht in dem Lichte, das der Herr in die Welt hinein scheinen läßt, sondern in ihrem eigenen Lichte sehen wollen. Diejenigen unter diesen Rabbinern, die etwas ahnen von der Bedeutung des Bundeszeichens, kommen doch nicht weiter, als anzudeuten, daß es deshalb an die Stelle des Leibes gebunden sei, weil da die Sünde der Lust am mächtigsten sich kundgiebt. Bei dieser Gelegenheit tiefer in das Dogma von Sünde und Unheiligkeit und Gnade und Heil hineinzndringen, ist aus Unwissenheit und Kraftlosigkeit unterlassen. Der Leere der Gegner sollten sie nothwendig positive, gründlich auf Exegese beruhende Lehre entgegensetzen- und das würde jedwfalls stommen, wenn auch nicht die Gegner immer überwinden. Wenn die Orthodoxen Israels so beschaffen sind, daß sie trotz der Gelehrsamkeit doch nickt 7

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