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Dibre Emeth · 1845-06-01 · Heft 6 (Juni 1845) · page 15

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 6 (Juni 1845)
Date
1845-06-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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95 Erwiederung. Dem Briefsteller aus Stettin.diene auf sein „offenes Schreiben" vom 20. April o. a. in No. 18. des Orients zur Antwort, daß ich meinem in No. 5. der Dibre Emeth bereits ausgesprochenen Grundsätze: mein Blatt mit Vertheidigung meiner Person gegen Jnvectiven nicht anzufüllen, stets treu bleiben werde. Da Sie, mein Hr. Briefsteller, sich nun wohl selbst werden sagen müssen, daß Ihr „offenes Schreiben" die „kurze Anzeige" meines Blattes in No. 12. des Orients wo möglich mit Jnvectiven gegen meine Person noch bei weitem überbietet, so muß ich Ihnen schon die Freude, oder „Ergötzung" gönnen, — und ich gönne sie Ihnen sehr gerne —- daß Sie „mir einen unwissenden Schuljungen hinstellen, der mich beschämen möge," im Fall ich Ihre an mich gerichtete „Aufgabe," nämlich sie zu beantworten, nicht löse. Finden Sie oder Konsorten solche Freude oder „Ergötzung" am Schimpfen und Verläumdcn, nun immerhin, ich habe es nicht zu verantworten, erkläre aber noch einmal, daß ich von nun an nie mehr auch nur eine Sylbe darauf erwiedern werde. M i s e e l l e n. Wie wir aus zuverlässiger Quelle vernommen haben, sind die Häupter der Reformparthei unter den Juden in Berlin mit dem deutschkatholischen Pfarrer Ronge in Unterhandlung getreten über Festsetzung von Grundsätzen, nach denen sich beide Partheien vereinigen und gemeinschaftliche Sache mit einander machen können. Die Juden sollen sich dabei von vornherein zu einer Art Taufe bereit erklärt haben, wenn sie nur nicht im Namen des dreieinigen Gottes, des Vaters und des Sohrles und des heiligen Geistes geschehe. Ob mrd in wie weit Hr. Pfarrer Ronge auf diese Vorschläge eingegangen ist, davon haben wir nichts vernommen; die Zeit wird cs lehren. Aber so viel steht wohl fest, daß, wenn er darauf eiuginge, ihm dann eine große Anzahl der neuern Juden beifatten würde. Wir hätten dann aber auch eine neue Sekte, die weder zürn Christenthnme noch zum Judenthume gezählt werden könnte, und die gewiß als ein wichtiges Zeichen der Zeit betrachtet werden müßte. In No. 18. der Allg. Zeit. d. Judenth., und zwar im leitenden Artikel, wird die Behauptung ausgestellt, daß die deutschen Juden „die toleranteste Menschenklasse auf Gottes Erdboden" seien, und diese ihre Toleranz, die freilich aus einem Gemisch von Allerlei, nur nicht in der ächten rmd wahren Duldung anders Denkender imb Glaubender besteht, nicht etwa aus dem Judenthume blos, sondern auch aus dem Heidenthume hergeleitet. Dagegen aber kommt das Christenthum desto schlechter weg, denn das wird als die Quelle und der Anfang aller Jntole-

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