Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Mit ganz klaren lind unzweideutigen Worten ist die Bestimmung des Messias auch für die Heiden und zwar für alle Heiden auch Zes. 49, 6. ausgesprochen, und zugleich zeigt diese Stelle auch, daß dieser Messias nicht bloß eine glückliche messtanische Zeit, sondern eine bestimmte einzelne Person sei. Nicht minder deutlich spricht für eine bestimmte einzelne Person sich aus Micha 5, 1. 2., wo von der Herkunft des Messias aus Bethlehem und seiner Geburt von einer Jungfrau (vergl. Jes. 7, 14.) die Rede ist. Auch die Schilderung, welche Sacharja 9, 9. von dem Messias entwirft, paßt nur auf eine einzelne Person, die zwar äußerlich arm und dürftig, nicht in königlichem Glanze, sondern iir Knechtsgestalt erscheint, aber doch in Gottes Kraft durch die Macht des Geistes vollbringt, was kein irdischer König mit allen Kriegesheeren zu thun vermöchte. Schon hieraus geht deutlich genug hervor, wie unbegründet und den Worten der Propheten widersprechend die Behauptung sei, die Messiasidee sei nur ein Ausdruck der Hoffnung besserer Zeit und der Messias selbst nur eine Personification dieser Zeit. Doch wollen wir nun zum Schluß noch auf diejenigen Weissagungen hindeutcn, welche von dem Leiden des Messias handeln, namentlich auf Jes. 53. und Daniel 9, 26. Nur hindeutcn wollen wir jetzt auf diese Stellen, denn die Lehre von dem Leiden des Messias würde eine eigene Abhandlung erfordern. Aber wir fragen einen Jeden, der Sinn für Wahrheit hat, ob von dem Messias, wenn er nur eine Personification wäre, gesagt werden könne, er habe für uns gelitten (Jes. 53, 5.), er sei gestorben für uns (das. B. 8.) und mache durch seine Erkcnntniß die gerecht, deren Sünden er trägt (B. 11.) oder ob Daniel von einer solchen Personification sage, sie werde ausgerottct zu einer bestimmten Zeit und alsdann Bielen den Bund stärken eine bestimmte Zeit lang? Mit dieser Frage scheiden wir von dem Leser, der uns bis hierher gefolgt ist und bitten ihn, fleißig in den Propheten zu lesen und zu forschen und den Herrn anzurufen, daß er seine Augen erleuchte, den zu erkennen, von welchem Moses und die Propheten geschrieben haben und dessen Erkcnntniß gerecht macht.