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Dibre Emeth · 1845-06-01 · Heft 6 (Juni 1845) · page 12

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 6 (Juni 1845)
Date
1845-06-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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92 sondern auch der vorliegenden geschichtlichen Wahrheit, daß die Messiasidee schon in völliger Reinheit und Geistigkeit in'den Büchern Mosis sich findet und in den späteren Geschichtsbüchern wenigstens einmal deutlich anklingt. Daß dies nicht öfters geschieht, erklärt sich sehr natürlich aus der Bestimmung dieser Bücher, Geschichte, nicht Weissagung, zu sein, und zwar Geschichte des jüdischen Volkes. Auch bei den eigentlichen Propheten dürfen wir dies nicht vergessen, daß sie neben der Bestimmung für die Zukunft zu wirken, dem Messias den Weg zu bereiten und die Kennzeichen seiner Person und Ankunft niederzulegen, auch eine Bestimmung für die Gegenwart hatten, in der sie lebten, und für das Volk, unter dem sie lebten, so daß auch hier die crstere Bestimmung hinter der letzteren ohne Vergleich zurücktreten muß. Daß aber auch die Propheten einen Messias verkündigten, der nicht allein der Juden, sondern auch der Heiden Heiland sei» solle, liegt unS in deutlichen Stellen vor. Wir führen namentlich die bei zwei verschiedenen Propheten fast mit denselben Worten sich findende Weissagung an, „von Zion wird das Gesetz ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem." Zes. 2, 8. und Micka 4, 2., wozu man auch Zer. 3, 16. 17. vergleichen möge. Welcher von beiden, Zesaias oder Micha, die Worte seines Zeitgenossen entlehnt habe, oder ob beide sich einer bereits zu ihrer Zeit bekannten älteren Weissagung bedienten *), kann uns für unseren ') Die Schrift selbst entscheidet übrigens unseres Erachtens diese Frage deutlich genug, denn Zes. 2, i. heißt es: das ist's, das ZesaiaS sähe. Bei Micha dagegen glauben wir auch an einer anderen Stelle eine Beziehung auf eine schon bekannte Weissagung, die aber dort als falsch (oder wenig- ' stens gewißbraucht) verworfen wird, zu finden. Diese Stelle ist Micha 2, 11 — 13. Nach den gewöhnlichen Erklärungen ist zwischen Vers 11 und 12 gar kein Zusammenhang; sondern es folgt ohne Vorbereitung und Uebergang auf harte Strafrede plötzlich eine tröstende Verheißung, gleichsam als wollte der Prophet sagen: Sehet, auch ich kann Gutes weissagen. Und dann folgt abermals strafende Rede. Eine solche Anordnung der Rede würde immer etwas sehr Sonderbares behalten, auch wenn man darauf gar kein Gewicht legen wollte, daß nach der gewöhnlichen Erklä-

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