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Dibre Emeth · 1845-06-01 · Heft 6 (Juni 1845) · page 11

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 6 (Juni 1845)
Date
1845-06-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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91 Heißungen Gottes, sondern sie sind Wiederholung und Anwendung des 5 Mos. 28. in Beziehung auf Israel Gesagten. ' Diese Art der Verheißung ist in den Geschichten des jüdischen Volkes, welche die Bücher Zosua und der Richter uns ansbewahrt haben, durchaus vorherrschend. Ueberall sehen wir nur auf Israel Beziehung genommen, überall nur politisches Unglück, Bedrängung durch die Heiden und politische Erlösung, Befreiung von ihren Drängern. Ganz dasselbe ist es in den Büchern Samuelis und den übrigen Geschichtsbüchern. Nur eine auf den Messias sich beziehende Verheißung finden wir in der Geschichte Davids verzeichnet 2 Sam. 7. mit mannigfachen Nachkiängen in den Psalmen, in Davids letzten Worte» und in der Geschichte Salomo's. Es ist jedoch auch diese Verheißung nicht von der Art, daß sie nur auf den Messias sich bezöge, sondern sie geht auf die ganze Folgezeit des Hauses David. Die Worte des 13ten Verses „der soll meinem Namen ein Haus bauen" bezieht die Schrift selbst 1 Kön. 5, 5. 8, 18 — 20. und auch 6, 12. ausdrücklich auf Salomo und so müssen auch die Worte in Vers 14 und 15 auf diesen gehen, sowohl wegen des Zusammenhanges als wegen des Inhaltes (da es heißt: wenn er eine Miffethat thut). Aber die Worte: „Ich will den Stuhl seines Königsreiches bestätigen ewiglich" und „dein Haus und dein Königreich soll beständig sein vor dir und dein Stuhl soll ewiglich bestehen," sind von der Art, daß sie durchaus als die höchste Spitze ihrer Erfüllung das Reich des Messias mit cinschließen müssen, wenn man nicht sagen will, Gott habe etwas verheißen und doch nicht gehalten, da die Ausrede, daß diese Verheißung um der Sünden willen aufgehoben sei, durch Vers 15 und 16 ausdrücklich abgeschnitten ist. Ein solcher Stand der Dinge darf uns indeß nicht Wunder nehmen oder uns gar zu dem Schluffe berechtigen, die Messiasidee sei überhaupt erst ein Erzeugniß späterer Zeiten, wo man von der ungünstigen Gegenwart gern den Blick in eine gehoffte hellere Zukunft wandte. ' Ein solcher Schluß würde nicht nur dem Ansehen der Propheten als von Gott erleuchteter Lehrer widersprechen.

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