Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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86 «eit Herzen der Eva entwickelten, sondern durch den Versucher, den Teufel, der durch die Schlange redete, ihr eingrflößt wurden. Gehen wir nun, nachdem dies feststeht, in der Erklärung unserer Stelle weiter, so können wir unmöglich so ganz auf der Oberfläche stehen bleiben, daß wir weiter nichts darin erblicken sollten als die Ankündigung einer Antipathie *), welche zwischen Menschen und Schlangen stattfinden solle, sondern wir müssen erwarten, daß das der Schlange Gesagte einen Doppelsinn, vermöge dessen es dem Satan gilt, an sich trage und denselben irgendwo durchschimmern lasse. Diese Erwartung finden wir schon in B. 14. gerechtfertigt, wo das Erdeeffcn in keinem Sinne auf die Schlange paßt, denn im eigentlichen Sinne ißt die Schlange keine Erde und in dem der Heiligen Schrift sehr geläufigen figürlichen Sinne, wo das „Staubleckcn" die tiefste Erniedrigung und Demüthignng unterworfener Feinde bedeutet, paßt es ebenfalls nicht auf die Schlange. Zn Beziehung zu dem Satan und seine lleberwindung durch den Messias ist dagegen der figürliche Sinn des Ausdrucks vollkommen angemessen. Ist nun in V. 14. die Doppelbeziehnng klar, vermöge dessen das Gesagte nicht bloß das Werkzeug, sondern auch den Thäter selbst trifft, so sind wir auch in V. 15. berechtigt eine Beziehung auf diesen zu sehen, der Sinn ist dann dieser. Obgleich der Satan jetzt die Menschen verführt und sie dadurch unter seine Herrschaft gebracht hat, so soll er sich seiner Herrschaft doch nicht erfreuen, sondern wie zwischen dem Geschlecht der Schlange und dem Geschlecht der Menschen ein beständiger Kampf besteht, so soll einst ein Nachkomme des Weibes hervorgehen, welcher den- *) Ganz willkürlich ist die Deutung des Spty durch PfddL?. Er wird Dich am Kopfe und du ihn an den Füßen zu treffen suchen. Ppii-’ heißt a» den beiden Stellen, an welchen cs noch vorkommt (Psalm 139, 11. Hiob 9, 17.) treffen und von dieser Bedeutung hier abzugehen hat man keinen Grund. Es bedeutet also B. 15. nicht eine bloße Antipathie und gegenseitiges Anfechte», sondern einen wirklichen Kampf» in welchem der Unterliegende ohnmächtige Rache nimmt.