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Dibre Emeth · 1845-05-01 · Heft 5 (Mai 1845) · page 15

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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W sm, denn mit eihem Burtorf, Edzardi, Sommer re. , welche über den Metatron geschrieben haben und nicht anders von ihm reden, wie ich, auf eine Stufe gestellt zu werden, das kann man sich doch wahrlich nur zur Ehre anrechnen. Irren wir nicht ganz, so ist unser Gegner Theologe; und ist dies wirklich der Fall, dann läßt sich schwer begreifen, wie er es sich nicht znsammenreimen kann, wenn ich sage: Vernunft ist Vernunft, gleichviel, ob jüdisch oder christlich, und später doch gesagt werden konnte, Israels Verstand sei verfinstert. Wir wollen von ihm nicht verlangen, daß er sich wenigstens einigermaßen' mit der christlichen Dogmatik bekannt mache, wenn er gegen christliche Lehren schreiben will, aber daß er Pf. 119, 18. gelesen habe, wo David betet: „Oeffne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder an deinem Gesetze," und Ps. 36, 10, wo er sagt: „In deinem Lichte sehen wir Licht," das kann man billig voll ihm fordern. Und hätte unser Gegner diese Stellen gelesen, so würde er auch wohl verstanden haben, daß wir von der nicht voll oben erleuchtetell Vernunft und von solchen Leuten redeten, welche nicht in dem Lichte Gottessondern in ihrem eigenen Lichte, das ist in Finsterniß sehen wollen, ohne daß es nöthig sei, ihn darauf zu verweisen,, daß wir von der gewöhnlichen Vernunft redeten, worunter wir, um nicht abermals mißverstanden zu werden, jedes Menschen Vernunft verstehen, so lange sie nicht von Gott erleuchtet ist. Und diese natürliche Vernunft bleibt sich null allerdings bei allen Menschen gleich, sie seien Juden oder Christen oder Heiden, das heißt, wie David sagt, sie kann die Müntzer am Gesetze Gottes llicht verstehen. Unser Gegner giebt uns auch einen Beweis von seiner Divinationsgabe. Es soll, wie er sagt, weniger die Rede des Hrn. Dr. Meisel sein, was mich in Harnisch gejagt und gegen den Redner eingenommen habe, als weil dieser den Umtrieben (?) der Missionare entschieden und offen entgegeutrat und tritt. Zufällig ist nun aber Hr. vr. Meisel gerade einer von denjenigen neuern Rabbinen, von welchem ich am wenigsten weiß, und am allerwenigsten, daß Hr. vr. M. in irgend einer Weise dem Wirken der Missionare entgegeutrat und entgegentritt. Aber so geht's, wenn msn hinter Allem Verdächtigung und böse Absichten wittert, da muß man sich solche Blößen geben. Ob nun aber meine freie Sprache und wein offenes Auftreten Verdächtigungen und Schimpfen, womit ich den Juden ferne bleiben soll, genannt werden können, oder ob das Verdächtigungen sind und Schimpfen ist, wenn man, ohne auch nur eine einzige Thatsache als Beweis dafür anzuführen, von Umtrieben und Seelenschacher, von Augenverdrehen und Kunststückchen rc. redet, das kann ich getrost den Lesern dieser Blätter, ja selbst meinem Gegner zur Entscheidung überlassen. Die Jude» sind von dm Christen oft tief herabgewürdigt worden, man hat sie zu allen möglichen Schlechtigkeiten nicht nur für fähig gehalten, sondern derselben auch angeklagt, und es kommt auch wohl heute noch vor, daß etwas Schlechtes kurzweg mit „jüdisch" bezeichnet wird. Die neuern Jude» vercheidigen ihr Volk gegen solche Erniedrigung und zwar mit vollem Rechte. Denn von Natur sind die Menschen sich alle gleich, und der Jude ist nicht schlechter als der Christ; wozu jener fähig, ist auch dieser fähig und umgekehrt. Aber wie tief die Juden auch von den Christen herabgewürdigt worden find, noch mehr werden sie es von vielen ihrer neuern Gelehrten, zu denen auch mein Hr. Gegner gehört. Glauben Sie nicht, mein Herr, daß ich Sie eines so großen Verbrechens anklage, ohne auch Beweise dafür za bringen. Sie sagen, die

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