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Dibre Emeth · 1845-05-01 · Heft 5 (Mai 1845) · page 13

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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77 Was mm aber in dieser Anzeige berücksichtigt zu werden verdient, ist, daß die alte Geschichte in der Leipziger Allgem. Zeitung vom Jahre 1842 mit einem wahren Wonnegefühl der Schadenfreude wieder hervorgezogen und aufgewärmt wird. Diese Schadenfreude möchte dem Berichterstatter nun aber doch wohl in etwas vergehen, wenn er sich wollte die Acten vorlegen lassen, welche die Untersuchung, die wegen jener Anklage damals gegen mich eingeleitet wurde, enthalten, wo er sich dann, nicht etwa aus meinen 'Aussagen, sondern aus den Aussagen und Geständnisse!: der Gegenpartei, von der eigentlichen Sachlage genau würde unterrichten können und — Sapienti sat. Etwas anders verhält es sich mit der Privatmittheilung aus Stolp in der Allgem. Z. d. Judenth. Zwar läßt auch sie es nicht an Persönlichkeiten fehlen; sie wirft um sich mit Umtrieben und Seelenschacher der Missionare, mit nicht klug sein, mit einfältig und drollig sein u. dgl.; indeß geht sie dabei doch einigermaßen auf die Sache ein. Auf welche Weise dies aber geschieht, wollen wir hier nachzuweisen suchen. Ob, wie Hr. Einsender zunächst meint, die Uebersehung des hebräischen Titels unseres Blattes, durch Stimmen, (die eigentliche Bedeutung des Wortes ist Worte) der Wahrheit schon eine „Unwahrheit" sei, darüber wollen wir mit ihm nicht rechten. Aber wenn er sagt: „Darm will er, — nicht etwa das Judenthum bekämpfen, sondern die jüdischen Gelehrten, welche nach seiner Ansicht keine rechten Juden sind, weil sie in dem Verse: „„Höre Israel, der Ewige, unser Gott, ist ein Gott,"" nicht recht die Dreieinigkeit finden wollen;" so müssen wir das entweder für eine absichtliche Verdrehung unserer Worte erklären oder annehmen, daß er den Aufsatz von der Lehre von Gott nur flüchtig und ohne Zusammenhang gelesen haben kann. Denn der Hr. Berichterstatter hat den Unterschied, welcher zwischen biblischen, thalmudischen und neuern Judenthume gemacht wird, ganz und gar übersehen oder nicht sehen wollen. Hätte er auf diese Unterscheidung geachtet, so würde er verstanden haben, was eigentlich der Gegenstand unserer Bekämpfirng und was der Gegenstand unserer Verteidigung ist, und er würde sich nicht zu dem falschen Schlüsse haben verleiten lassen, daß, weil wir auch aus dem thalmudischen Judenthume Beweise für die Dreieinigkeit darbringen, wir dasselbe eben so wie das biblische vertheidigen wollten; er würde gesehen haben, daß unsere Absicht allein die war, die Angriffe auf das biblische Judenthum, hier natürlich bloß in Bezug auf die Dreieinigkeit, abzuwehren und dazu die Waffen auch mit aus der Rüstkammer des thalmudischen Judenthums holten, ohne dasselbe sonst in Schutz nehmen zü wollen. Oder will cs uns Hr. Einsender etwa verdenken oder wohl gar für eine Unredlichkeit halten, wenn wir das nicht biblische Judenthum mit seinen eigenen Waffen, die es uns darbietet, zu bekämpfen suchen? Das mag er thun, wenn er will; wir aber werden dessenungeachtet nie anders handeln und cs nur gerecht finden, wenn auch er uns mit den Waffen, die wir etwa ihm in die Hände liefern sollten.

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