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Dibre Emeth · 1845-05-01 · Heft 5 (Mai 1845) · page 11

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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75 oben bemerkt, find die-Freunde Israels, welche dessen Bekehmng wünschen, auch zugleich diejenigen, welche ihr irdisches Wohlergehn möglichst zu fördern bemüht find. Beweise hiefür find besonders auch die neuesten Vorgänge im Orient und vorzüglich in Palästina. Aber daß die Emaneipation der Israeliten ihre Bekehrung zum Christenthum allgemein zur Folge haben würde, dem widersprechen -wieder Thatsachen. Nimmer und nirgends haben die Verbreiter des Evangeliums ihr Werk mit bürgerlicher Emaneipation angefangen, wozu sie weder die Mittel noch den Willen hatten, sondern das irdische Wohl der Bekehrten ist stets nur die natürliche Folge der wahren Aufnahme des Christenthums gewesen. — Doch blicken wir, hiervon auch abgesehen, nach den Gegenden hin, nämlich Frankreich und Nordamerika, wo den Israeliten die möglichst größte bürgerliche Freiheit eingeräumt worden, so bewährt sich auch dort des Hrn. P. L. Behauptung kcinesweges. Die Inden find dort, wie aus Berichten und ihren eigenen Schriften erhellt, im Allgemeinen, denn edle Ausnahmen finden überall statt, dem Christenthum nicht geneigter, als anderswo, ja es scheint fast, wir müssen es grade heraussagen, um die Sache in das rechte Licht zu stellen, daß die Verkennung des Christenthums und dessen Bekämpfung von Seiten der Israeliten mit der Vermehrung ihrer bürgerlichen Freiheit, die wir ihnen übrigens von Herzen gönnen, zu nehmen. Welche Angriffe auf das Christenthum haben nicht französische jüdische Gelehrte, Salvador nicht allsgenommen, in neuester Zeit in die Welt gesandt? und es ist vorgekömmen, daß französische Israeliten evangelischen Missionaren auf ihre Vorstellungen geantwortet haben: „Was wir in bürgerlicher Hinsicht dadurch gewinnen könnten, besitzen wir bereits." — Der Rabbiner A. Ben Jaddai in Knoxvitte in Nordamerika stellt tu seiner Berthe:- digung des jüdischen Volks zu den Zeiten Jesus vor: Nazareth gegen die harter: Beschuldigungen der Christel: das Christenthum sehr gehässig und als eine Religion des größten Unsinns dar. — Und sehen wir uns in der Nähe um, welcher Geist in Beziehung auf das Christenthum llnd christliche Bestrebungen giebt sich da nicht in jüdischen Zeit- und andern Schriften kund! — Man erthcile den Israeliten alle möglichen bürgerlichen Freiheiten und suche ihre Lage zu verbessern, aber man täusche sich und andere. nicht dadurch, daß man meint, dies werde sie allein und vornehmlich dem Christenthume zuführen. Doch der Hr. P. L. will 4, dabei auch den Unterricht der Israeliten, aber dieser soll, wie ans seinem Schriftchen hervorgeht, rationalistischer Art sein, und nicht nach einer bestimmten, sehr orthodoxen Dogmatik gegeben werden, das heißt, die in der heiligen Schrift klar und bestimmt enthaltene Heilslehre soll den jüdischen Taufkandidaten nicht in ihrer ganzen beseligenden Fülle vorgetragen werden. Wir bedauern hierin dem Hrn.» P. L. nicht beistimmen zu können, erklären uns aber aus dieser'Gmndverschiedenheit der Auffassung des Christenthums den Widerwillen des Hw. P.

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