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Dibre Emeth · 1845-05-01 · Heft 5 (Mai 1845) · page 10

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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74 Welche mian die -Sache der Missionare unter den Juden in Mißeredit zu bringen sucht. Die Gesellschaften, denen die Missionare, nicht aus Gewinnsucht, sondern des christlichstell Zwecks wegen dienenbewilligen denselben keine Mistel, um Convertiten fi'rr Geld zu gewinnen, und weder die Missipnsgesellschasten, noch die Missionare wünschen solche um solchen Preis. Wenn sie aber nach Pflicht christlicher Nächstenliebe mitunter nothleidenden Israeliten, die, sei es aus lauterer oder unlauterer Absicht, das Chrrstenthum annehmen wollen. Ln ihrer dürftigen Lage einige mögliche Unterstützung gewähren, kann dieses mit Recht getadelt werden? Thäten sie es nicht, so würde sie, und zwar mit weit mehr Schein des Rechts noch viel größer Tadel treffen. Ist aber Hr. P. L. nie in den Fall gekommen. Gaben der Nächstenliebe an Unwürdige zu verwenden, nie von unredlichen Armen, wer sie auch waren, getäuscht worden? Also auch hierin wird billig christliches Urtheil zu verlangen sein. Doch am Ende sollen gar keine Missionare nöthig, ja diese nach S. 4 sogar schädlich sein. Das ist das Endresultat der Beweisfirhrung des Hrn. P. 8. Nun darüber ist rricht zu rechten, und es steht jedem frei, seine eigene Ansicht über solche Dinge zu haben. Jndeß steht soviel erfahrungsmaßig fest, daß scholl mancher Israelit seine Bekehrung zum Christenthum dem Zusammentreffen mit Missionaren verdankt, da ihm durch sie seine besondern Zweifel und Bedenken auf geeignete Weise gelöst und das Christenthurn mit der rlöthigen Ausführlichkeit einleuchtend gemacht worden. Hr. P. 8. berührt selbst in seinem Schriftchen die Kainsfrage: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?" und weist sie mit Recht ah. Soll nun aber das Schaf erst den Hirten suchen, so ist dieses nicht der Natur der Sache gemäß und paßt nicht zu dem Gange, dm die Verbreitung des Christenthums durch achtzehn Jahrhunderte in der Welt genommen hat. Wer soll nun aber den Juden das Christenthum nahe bringen, wemr nicht die Missionare? Etwa die Geistlichen? Die wenigsten haben Zeit dazu, viele auch keine Lust, und noch andern fehlt es an Geschick. Und wie gar erst da, wo wie in Polen es große Massen finsterer Juden und wenige evangelische Geistliche giebt? — Was Hr. P. 8. dann noch weiter beibringt, um nur die Mängel, und Schattenseiten der Sache hervorzuheben, läßt sich ebenfalls leicht beantworten, wird hier aber, da wir so schon zu weitläustig geworden, übergangen. So weit hat der Hr. P. 8. sich mit Niederreißen befaßt, wie steht es aber mit seinem Aufbauen? Welchen zweckmäßigeren Weg giebt er zur sicheren Erreichung des Ziels an? Er meint 3) „daß eine Bekehrung (der Juden) im christlichen Sinne nur mit vollständiger Emancipation anfangen könne." — Cr ist auf Widerspruch gefaßt und beleuchtet die Sache von verschiedenen Seiten. Seine Gründe haben uns aber nicht überzeugen können. Wer sollte den Israeliten nicht alle mit dem Wohle des Ganzen vereinbare bürgerliche Freiheit gönnen, der es gut mit ihnen meint? Und wie

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