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Dibre Emeth · 1845-05-01 · Heft 5 (Mai 1845) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Gtitige Bewerkungeit über die Schrift des Herrn vr. M. Löwenstein, Pastors zu Drehna, „über Judenthum und Juden-Emancipatron rc.," Breslau bei Leuckart 1845. Die geistige und religiöse Bewegung, welche jetzt fast in allen civilisirten Ländern Europas stattfindet und als ein wichtiges Zeichen der Zeit erkannt werden muß, übt ihren Einfluß auch auf das Judenthüm. Durch christliche Bildung veranlaßt, ist innerhalb der Synagoge eine tiefgehende Spaltung eingetreten. Der eine Theil derJrrdenschast hängt ängstlich an den alten talmudischen Satzungen, dem einigenden Bande des Judenthums bisher, fest; der andere schreitet in boden- und ziellosen Reformen vorwärts. Während, die Ersteren Alles, die göttlichen Offenbarungen im alten Testament zugleich mit den talmudischen Verunstaltungen derselben retten wollen, verwerfen die Letzteren so ziemlich beides. Der Aberglauben ringt mit dem Unglauben. Die Christen, erkennend, daß das biblische Christenthum allein das wahrhaft versöhnende und vermittelnde Element sei, indem es den wahren Glauben an Gottes Offenbarung in der heiligen Schrift dem Aber- und Unglauben menschlicher Abirrungen gegenüberstellt; die Christen, von freundlicher Theilnahme an den Schicksalen des Volks Israel geleitet, bieten diesem in unfern Tagen ebenfalls mehr als früher die Hand des Friedens und der Versöhnung, und laden dasselbe ein, Theil zu nehmen an den Heilsgütern, welche Jesus Christus, der Messias Israels und Heiland der ganzen Menschheit, der Welt gebracht hat. Zwar ist dieses Streben, wie es hervortritt, noch den Talmudisten ein Aergerniß und den Aufgeklärten in Israel eine Thorheit; aber da das Werk sich auf Gottes Wort und Verheißung gründet, so wird es sich, wie bereits an Einzelnen, einst an dem ganzen Volk als ein göttliches bewähren und ihm Glück, Heil und Frieden zu sichren. Auch Herr Dr. Löwenstein gehört zu denen, welche dem Volke Israels, dem er selbst entstammt, Wohlwollen und die klar und richtig erkennen, das nur das Christenthum der Ausgangspunkt aller religiösen Wirren für Israel ist. Aber er ist mit der Art und Weise, wie dieses Ziel von Seiten der christlichen Gesellschaften für die Bekehrung der Israeliten erstrebt wird, nicht einverstanden, spricht sich scharf dagegen aus und giebt andere Mittel und Wege an, die, seiner Ansicht nach, auf sichere Erreichung des Zwecks hoffen lassen. Eine Verständigung in dieser wichtigen Angelegenheit ist sehr wünschenswerth und eine Rechtfertigung der Verfahrungsweise derer, die schon lange an dem in Rede stehenden heiligen Werke thätig sind, nöthig. Herr Pastor L. wolle demnach gestatten, daß mit derselben Freimüthigkeit und guten Gesinnung, die ihn bewogen, seine Ansichten zu veröffentlichen, diese hier in der Kürze beleuchtet weÄen.

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