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Dibre Emeth · 1845-05-01 · Heft 5 (Mai 1845) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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69 vermeinten, sich richten und die Hoffnung einer wunderbarm Errettung sie erfüllen. Und diese einmal erregte und mit allen Farben der Phantasie auSgemalte Hoffnung mußte dann ihrerseits wieder dazu dienen jeden Zweifel an der Richtigkeit ihres Weges zu beschwichtigen. Um aber diesen doppelten Zweck zu erreichen, der Hoffnung auf Gott zum Ausdruck zu dienen und dem bei der Noch der Zeiten an der Richttgkeit seines Weges vielleicht Berzagendm einen neuen Anhalt zu geben, ist der Glaube an den Messias dennoch nicht wesentlich nothwendig. Schon einer der älteren Rabbinen, Albo, leugnet in seinem Buche über die Glanbensarttkel aus diesem Grunde, daß die Zukunft des Messias ein solcher Arttkel sei, dmn es komme nur darauf an, daß man glaube, Gott werde einst belohnen und bestrafen. Die Zukunft des Messias dagegm sei nur ein einzelner Akt dieser belohnenden nnd bestrafmdm Gerechttgkeit, ja sie sei sogar nur etwas Irdisches, nur ein Theil des irdischen Lohnes, welchen Gott den Zsraelitm verheißen habe und man könne demnach die Zukunft des Messias leugnen (indem man etwa sage er sei gar nicht verheißen oder die Verheißung sei um der Sündm willen zurückgmommen) und dmnoch an dem Grundsätze festhalten, indem man auf den himmlischen Lohn und den auch ohne Messias übrig bleibendm Theil des irdischm hoffe. Aber man würde doch auf der anderen Seite sehr irrm, wenn man meinen wollte, daß mit der bloßen Vorstellung von einer Verbesserung der äußeren Lage der Juden der ganze Zuhalt auch nur der talmudischen oder mittelalterlich-rabbinischen Messiasidee erschöpft sei. Es lag nämlich in derselben zugleich die Anerkennung von der Unvollkommenheit des gegenwärtigen religiösen Zustandes und dem Bedürfniß der Wiederherstellung auch in dieser Beziehung. Man fühlte, daß der ganze religiöse und kirchliche Zustand der Juden seit der Zerstörung des Tempels und der Zerstreuung des Volkes ein höchst unvollkommener und der Abhilfe bedürftiger sei. Dieses Gefühl spricht sich nicht allein in einzelnen Aeußerungen des Talmuds und einzelnen Gebeten deutlich aus; sondem es ist eine durch das Ganze der auf die religiösen Pflichten

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