Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 3 (März 1845)
- Date
- 1845-03-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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46 einigten Wem Rabbinen ausgestellt, scheint bei dem Dr. H. eine Nachäfferei der Hegel'schen Weltweisheit zu sein. Die Hegelianer verstehen nämlich unter , dem Erlöser nicht den Herrn Jesum Christum, sondern die gesammte liebe Christenheit. Eben so macht es vr. H. mit dem Messias des alten Bundes, und ist dabei nicht einmal so ehrlich als die Hegelianer, die doch wenigstens das Evangelium fiir ein Mährchen aüsgeben. Dr. H. entwickelt seine Sätze, wie er selbst sagt Pag. 18, aus der Bibel. Nach denselben Auslegungsgrundsätzen beweist ein Pommerscher Rabbine seiner Gemeinde, daß die Zeit (!!) der Messias sei, und noch andere Rabbinen, daß die jetzt so viel besprochene Emancipation der Juden der Messias sei. So liest ein jeglicher seinen eigenen Kram aus der Bibel heraus, aber nicht das, was mit klaren Worten darin geschrieben steht, und von solchen Lehrern soll das arme Israel göttliche Weisheit lernen! Möge vr. H. uns redliche Antwort geben auf die Frage, ob er in der That die heilige Schrift noch für Gottes Wort hält? Sämrntliche Propheten, welche vr. H. nur für begeisterte Dichter hält, bezeugen, daß sie nicht wie vr. H. aus eigenen Gedanken heraus weissagen, sondern reden, was Gott der Herr ihnen durch den heiligen Geist eingegeben hat. Ihre göttliche Sendung haben sie vor Israel durch Wunder bekundet, deren Wahrheit geschichtlich feststeht, und somit dem Volke Gottes eine Bürgschaft geleistet, die den Satzungen der Talmudisten und aller ihrer Nachfolger vollständig abgeht. vr. H. verwirft offenbar das alte Testament, welches sich selbst durchweg für ein Wunder, d. h<fiir ein unmittelbar von Gott gewirktes Werk ausgiebt, weil er überhaupt von Wundern nichts wissen mag. Er sagt Pag. 11: „Die Vorstellung (daß das Messiasreich von einem Messias herbeigeführt werden würde) ist deshalb falsch, weil eine solche Bekehrung, eben weil sie wunderbar sein müßte, keine ächte Bekehrung wäre. Denn bin ich wirklich ein besserer Mensch, wenn Gott das Wunder thäte, mit Urplötzlich statt böser Neigungen güte einzupsianzen? sicherlich nicht, sondern dann erst, wenn ich mit klarem Sinn einsehe, wie verabscheuungswürdig das Böse, und wie herrlich dagegen das Gute ist, und wenn ich demzufolge mit UeberzeugUng und mit freiem Willen den Weg des Jrrthums verlasse, um den Pfad des Lichts und des Rechts zu betreten." Aber lehrt nicht die heilige Schrift ganz entschieden, daß wenn auch die Bekehrung des Menschen nicht gegen seinen Willen durchgesetzt werden kann, der Mensch auch mit seinem besten Willen die Beöhrung nicht bewerkstelligen wird, daß er dazu der schöpferischen Kraft Gottes bedarf, die als solche eine wunderbare ist? Sagt nicht der Herr durch den Mund des Propheten Jesaias 43, 23: „Ich, ich tHe deine Uebertretung um meinetwillen," und durch den Mund des Propheten Jeremias 31, 33: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz gebdr." Und lehrt nicht der Herr eben so durch die Opfer des alten Bundes, daß Cr selbst und Cr allein nach seinem Wohlgefallen und