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Dibre Emeth · 1845-03-01 · Heft 3 (März 1845) · page 13

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 3 (März 1845)
Date
1845-03-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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45 seinen: Seepter all' das Herrliche eintreten würde, von dessen SchiKerung die Propheten voll sind, und dieser Ansicht verdanke der Ausdruck Messias sein Entstehen. Gehörte etwa der Verfasser des 2ten Buches Samuelis, welcher Cap. 23 , B. 1. von David sagt: „er sei von dem Messias des Gottes Jakobs versichert gewesen," auch zu denen, die aus der Bibel herausgelesen haben, was nicht darin steht? Die Bibel selbst hat bekanntlich den Ausdruck Messias geliefert, und er ist nicht erst hinterdrein Ln Folge falscher Ansichten entstanden. Im Widerspruch mit sich selbst giebt vr. H. gleich im folgenden Satze zu, daß die Propheten von einem Messias reden, von einem Könige, der im Messiasreiche herrschen solle, behauptet aber, er habe bei dem aufmerksamsten Forschen niemals in der Bibel gefunden, daß jener Messias das Messiasreich herb erführen würde, und bald darauf stellt er den Satz auf: „unter dem Messias müsse nicht eine einzelne Person, sondern das Judenthum in seiner Gesammtheit verstanden werden." Welche ein wunderliches Gemengsel! Es ist eine bekannte geschichtliche Thatsache, daß die Juden alter und neuer Zeit sich unter dem Messias stets eine einzelne Person gedacht unb geglaubt haben, er würde ein Nachkomme Juda's und ein Sprößling David's sein und in Bethlehem geboren werden. Wie sind sie zu dieser Vorstellung gekommen? Sie haben dieselbe aus der Bibel herausgelefen, und zwar aus Stellen wie 1 Mose 49, 10. Jesaias 11, 1 u. 2. Micha 5, 1. Jesaias 7, 14—16. Ist nun in diesen Stellen unter dem Messias das ganze Jlldenthum zu verstehen, so zeige uns doch erst vr. H., wie wir uns das Judenthum als einen in Bethlehem gebornen Abkömmling Juda's und Davids zu denken haben? Daß aber das Messiasreich durch einen einzelnen Menschen werde herbeigeführt und aufgerichtet werden, ist Jesaias 9, V. 5—7 deutlich zu lesen. Hier wird offenbar das Aufhören aller Kriege als die Folge der Geburt eines Kindleins dargestellt. Jesaias spricht von einer zukünftigen Zeit; er sagt: „Solches wird thun der Eifer des Herrn Zebaoth." Ist auch an dieser Stelle unter dem Messias das Judenthum zu verstehen, so hätten wir hier, nach den Ansichten des vr. H., ein Kindlein, das bereits vor seiner Geburt geboren gewesen ist. Fast auf jeder Seite bringt vr. H. Dinge zum Vorschein, in welchen er sich als ein Schriftgelehrter zu erkennen giebt, der die Schrift auflöst, statt sie zu erklären. Woher kommt es, daß vr. H. aus der Schrift nicht herausgelesen hat, was nun schon so viele Jahrhunderte hindurch Juden und Christen herausgelesen haben? Antwort: Er ist mit vorgefaßten Meinungen an die Bibel gegangen, und hat es nicht herauslesen wollen. Er gehört zu den Leuten , die sich zuerst in ihrem Gehirn nach Philosophenart ein beliebiges Reich Gottes zusammendenken, und dieses ihr Machwerk später der heiligen Schrift aufzuzwingen suchen. Die Behauptung, daß das Judenthnm der Messias sei, obgleich schon von

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