Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 3 (März 1845)
- Date
- 1845-03-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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wollen dem vr. H. im Einzelnen Nachweisen, wie schwer er sich an der heiligen Schrift und an dem altjüdischen Messiasglauben in seinen Predigten versündigt hat, imb wie schlechte Dienste er dem auserwählten Volke Gottes damit erweiset, daß er den alten Ehrenrock des Judenthums mit neuen Lappen aufzustutzen sucht. vr. H.. knüpft seine Betrachtungen an das 14. Kapitel des Propheten Sacharja und spricht zuerst von der Beschaffenheit des Messiasreiches. Alles, was er von dem Lebenswandel sagt, welchen die Menschheit in dem Messiasreiche führen würde, ist als richtig anzuerkennen. Er läßt, wie alle Rationalisten, die Sittenlehre des göttlichen Wortes unangefochten stehn. Aber eine grobe Unwahrheit ist die Behauptung, daß in der alttestamentlichen Messiaslehre wesentlich nichts anders liege , als die auch unter den Heiden bemerkbare leere Erwartung einer bessern Erdenzukunft, und daß nach den Aussprüchen der Propheten diese bessere Zukunft lediglich durch die allgemeine Verbreitung des Glaubens an einen Gott, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde, herbeigeführt werden würde. Es heißt Pag. 8: „Alle Propheten kommen darin überein, daß das Messiasreich wesentlich bestehen werde in der Anerkennung aller Nationen, daß nur Ein Gott ist oben im Himmel und unten auf der Erde und keiner mehr." Und Pag 9: „Wenn aber Gott erkannt sein wird als Allvater von allen seinen Kindern, dann wird von selbst das Reich des Friedens ausgebreitet sein über das ganze Erdenrund." Daß diese Ansicht vom Messiasreiche bei dm Propheten des alten Bundes nirgend aujzufinden ist, werden wir später Nachweisen; für jetzt ist es uns nur darum zu thun, den alten Bund zu vertheidigen gegen die Behauptung, daß der Glaubensmhalt desselben sich auf den einen Artikel von der Einheit Gottes wesentlich beschränke. Die Unwahrheit dieser Behauptung ergiebt sich am deutlichsten aus den Widersprüchen, in welche Dr. H. sich selbst verwickelt. <Er sagt Pag. 8.: „Wenn Propheten in Begeisterung und voll hohen, dichterischen (?!) Schwunges das Reich des Herrn ausmalen, da werden sie nicht wie Schulknaben einzelne Glaubenssätze aufsagen, die dann würden in allgemeiner Geltung seinaber unter dem, was sie die über alle Menschheit verbreitete Anerkennung des alleinigen Gottes. benennen, verstehen sie eine umfassende richtige Ansicht der