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Dibre Emeth · 1845-03-01 · Heft 3 (März 1845) · page 9

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 3 (März 1845)
Date
1845-03-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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41! I - . Reeension. Zwei Predigten über die Lehre vom Messias, gehalten von dem Landrabbiner vr. Herzfcld. Braunschweig bei Vieweg und Sohn. 1844. In der Einleitung zur ersten Predigt bekennt vr. H., daß die Messiaslehre der Grundpfeiler der jüdischen Religion sei, daß diese Lehre, die auch unter den Juden nnr zu lange von einer feilen Aufklärerei vertvorfen, von den Altgläubigen aber aus Menschensurcht nicht gehörig vertheidigt worden sei, jetzt wieder zu Ehren komme, und hierin findet er das Zeichen eines neuen Aufblühens des Jndenthums. Dieses Bekcnntniß erregte in uns eine gespannte Erwartung, welche indeß durch die nachfolgende Entwickelung der MesfiaÄehre vollständig getäuscht wurde, denn der wesentliche Inhalt der Predigten ist nichts anders als die Humanitätslehre der von vr. H. verworfenen Aufllärerei des 18tcn Jahrhunderts. Mit jeder Seite tritt immer deutlicher die Ansicht hervor: „es komme im menschlichm Leben einzig und allein darauf an, daß man Gott als den Vater aller Mensche» und alle Mensche» als Brüder anerkenne und liebe, und die jüdische Messiaslehre ziele nur darauf hin, jene Anerkennung zu einer allgeineincn zu erheben." Diese Anschauung vom menschlichen Leben ist, wie jeder Geschichtskundige weiß, eine Ausgeburt des im vorigen Jahrhundert unter, den Christen aufgekommenen Deismus, und zu bewundem ist die Zuversicht, mit welcher vr. H. ohne weüeres dem geschriebenen Gotteswort des alten Bundes die längst gerichtete Erdichtung eines abtrünnige» Christengeschlechts aufbürdet. Eine so wunderliche Erscheinung ist indeß das nothwendige Ergebniß der Grundsätze, welche vr. H. in Betreff der Schristauslegung aufstellt. Er sagt: „die Propheten schildern das Messiasreich in überschwenglichen Bildern, die niemals wörtlich genommen werden dürfen." Daß mit solchen Grundsätzen aller und jeder Willkühr Thor, und Thür geöffnet wird, bedarf keines Beweffes. Wir

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