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Dibre Emeth · 1845-03-01 · Heft 3 (März 1845) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 3 (März 1845)
Date
1845-03-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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39 die Abweichungen ihrer Zeitgenossen zu strafe«/ bemüht sind, dieselben durch die Lehre zu sanetioniren. Die Haltung der Ritualgebote wird lästig; also wird die Lehre aufgestellt, daß es nicht auf Haltung der Ritual-, sondern der Moralgeboie ankowme u. dgl.; die Erwartung des Messias erscheint im Lichte der Zeit als Gericht; also wird bewiesen, daß sie in der Bibel nicht begründet sei. Solche Männer nun werfen sich zu Reformatoren in Israel auf, sie wollen die Aerzte des Schadens Jakobs sein! Za fie wähnen ihr Werk schon ziemlich gefördert zu haben; und die ihnm folgen rühmen sich, Vollkommeneres erreicht zu haben und fortgeschritten zu sein. O traurige Verblendung! Denn was ist denn der ganze Fortschritt, den ich hier wahrnehme? Zu Gunsten seiner Geschäfte oder der Bequemlichkeit und eines leiblichen Genusses oder auch eines ungestörten Verkehrs mit Christen nimmt man sich die Freiheit den Gottesdienst zu vernachlässigen und die göttlichen Gebote zu übertreten. Man sucht geflissentlich alles Jüdische abzustreifen, um mit der Menge der Christen, welche auch den Glauben ihrer Väter aufgegeben haben und die strengen Vorschriften des N. T.' nicht halten, Hand in Hand zu genießen, was unsere vergnügungssüchtige Zeit darbietet oder doch auf seine Weise sich ein irdisches Lebensglück zu schaffen. Theater, Bälle und Coneerte ist das Lebenselement der Einen; Sorge für einen stlllen Genuß der Annehmlichkeiten des Lebens, so weit man sie haben kann im häuslichen Kreise, das der Andern. Aber die Religion ist verdrängt, ja man glaubt wohl im Grunde sie zu seinem Lebensglücke nicht zu bedürfen; religiöse Fragen zu besprechen, es sei denn, daß man den Fortschritt rühme, gehört nicht zum guten Ton. Du glaubst nicht, wie unglücklich ich mich je länger je mehr in einer solchen Umgebung fühle. Wenn ich doch unter den hiesigen Juden nur einen ernst gesinnten Menschen gefunden hätte, der noch die Aufgabe seines Lebens darin suchte, Gottes Gebote zu erfüllen und ihm wohlgefällig zu werden! Selbst unserm Rabbiner, welchem ich für seinen wissenschaftlichen Unterricht Dank schuldig bin, gilt als das Höchste der Beifall seiner Zuhörer, läßt sich

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