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Dibre Emeth · 1845-03-01 · Heft 3 (März 1845) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 3 (März 1845)
Date
1845-03-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 Und dann zweitens erlaubt man sich im Einzelnen ohne Scheu solche Behandlung der biblischen Geschichten, wovon ich obm eine Probe gegeben, oder -auch die Vernachlässigung gewisser Gebote, und beweiset damit klar, daß man die Bibel nur als ein gewöhnliches menschliches Buch ansehe, dessen Inhalt man mit seiner Vernunft verwerfen oder annehmen kann. Sehr charakteristisch für dies neue Zudmthum ist die Behandlung, welche die Lehre vom Messias erfahren hat. Es ist seit der babylonischen Gefangmschast nie ein Zweifel im Volke Israel gewesen, daß ein Erretter und Erlöser demselben durch die Propheten verheißen sei und die Hoffnung, daß er kommen und das Volk in das heilige Land zurückführen werde, hat gewiß dazu beigettagen, unsere Väter in Zeitm schwerer Leiden auftecht zu erhalten. Es erhielt sich auch zu allen Zeitm, wmigstens bei manchm, eine Sehnsucht nach dem Lande der Väter, und manchmal wurde das Verlangen, daß der Berheißme, um dessen Kommen wir im täglichm Gebete Gott bittm, erscheinen möge, recht groß. Die Aufgeklärtm unserer Tage habm auch diese Thorheit der frühem Zeit aufgegebm. Wenn ich erwäge, daß die jetzige mildere Behandlung in den christlichen Staaten jene Sehnsucht weniger weckt als der Druck, dm unsere Vorfahren erfuhren; ja wenn ich überhaupt dm blos auf das Materielle, auf Besitz und Gmuß gerichteten Sinn der Kinder unserer Zeit bedenke, so kann ich mich darüber nicht sehr wundern, daß die Hoffnung auf die Ankunft des Messias und die Rückkehr «ach Kanaan für die Meisten ihre Bedeutung verloren hat. Aber das erregt billig die größte Verwunderung, daß neuere Rabbinen solche Geringschätzung eines unserer Glaubensartikel als ächt jüdisch darstellen und selbst mit der Bibel in Einklang setzm wollen. „Die Propheten sagen nicht, daß ein persönlicher Messias erscheinen werde", wagt man Angesichts der deutlichsten Stellen, die das Gegentheil beweisen, zu behaupten; und setzt hy»zu: „sie lehren nur, daß eine bessere Zeit einttetm wird, wo alle Völker dm Emm Gott erkennen und die Israeliten frei und glücklich sein werden, wobei man denn an die bürgerliche Emaneipation dmkt. Du siehst also, daß unsere neuen Weism, statt

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