Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 3 (März 1845)
- Date
- 1845-03-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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37 nut nach Geld und Reichthum, und sorgt für leibliche und sinnliche Genüsse, für etwas Höheres hat man keinen Sinn; und indem man diese Neigungm nicht überwindet und um Gottes und seiner heiligen Gebote willen sich mit seinem Worte beschäftigt, zeigt man, daß keine Gottesfurcht vorhanden ist. So wird bekanntlich Ps. 1. es als ein gewisses Kennzeichen des Gottesfürchtige» und Gerechten angeführt, daß er, meidend den Rath und Weg der Sünder und dm Kreis der Spötter, an dem Gesetze Gottes seine Lust habe und darüber sinne Tag und Nacht. Bei denen, die sich einiger Bildung rühmen, kommt als Grund der Vernachlässigung der Bibel hinzu, daß man die Erzählungen derselben nicht mehr für wahr hält. Alles Wunderbare, was darin erzählt wird, leugnet man gradezu hinweg, und macht sich die Geschichtm nach Belieben zurecht. „Moses, sagt man z. B., war ein kluger ausgezeichneter Mann und hat für seine Zeit eine außerordentliche Erkenntniß gehabt; aber daß er Zeichen in Egyptm gechan, daß er Israel durchs Meer geführt hat, daß Gott mit ihm geredet u. s. w. — das kann man so wörtlich nicht annehmen, das muß anders erklärt werden." Nun aber, frage ich, wenn man so in der Bibel eine Menge ausgeschmückter, also unwahrer Geschichten findet und sie zu einem Fabel- und Mährchmbuche macht, wie kann man noch Achtung vor derselben haben? Du antwortest vielleicht: aber dies lehren die neuem Rabbiner nicht; ich habe dies allgemeine Urtheil über die Bibel auch noch von keinem öffentlich sagen hörm, aber frage sie einmal auf ihr Gewissen: Was hältst Du von der Bibel? Zst sie Dir Gotteswort, ist alles darin Geschriebene Wahrheit? Ich fürchte, daß wmn sie offen und ehrlich reden wollm, wenige diese Fragen mit „Za" beantworten können. Und wmn sie in diesem Stücke auch, um nicht anzustoßm, zurückhaltend sind, so kann man doch deutlich ihre Meinung erkennen. Denn erstms redm sie, wenn es sich im Allgemeinen von der ErkmnMiß der Wahrheit handelt, so viel von der Bemunst des Mmschm und preisen sie als das hellste Licht, demmanfolgm müsse, und stellen sie offmbar über die Bibel, man kann also diese nicht für eine göttliche Offenbarung ansehen;