Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 3 (März 1845)
- Date
- 1845-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 1 gekommen ist, daß jeder annimmt, am Sabbath gehe man nicht zur Schule, und wo dann etwa drei- oder viermal des Zahres an dm höchsten Festen Gottesdienst gehaltm wird, obgleich alle Sabbath die 10 Zahl beisammen sein könnte. Wo größere Gemeinden sind, da wird allerdings der Gottesdienst nicht völlig ausgesetzt, aber wie viele grade der Angesehmstm mtzichm sich demselben oder beweisen durch ihr Zuspätkomwm oder ihr Betragm, daß diese TheilnahMe nur eine äußerliche ist! Freilich, ist eine schön ausgearbeitete Predigt zu hören, dann füllt sich, ehe diese beginnt, das Gotteshaus mehr als sonst, auch die geblldetm Damm erscheinen zahlreich. Es wird dann manches Gute, nicht seltm wtt scheinbar großem Eifer gesagt, der Redner preiset die Tugmd und Religiosität und benutzt alle ihm zu Gebote stehendm Mittel, um seine Zuhörer auf derm Pfad zu locken oder sie auf demselben zu erhalten. Thäte man nur alles, was da empfohlen wird, so würde manches besser werden in Israel. Aber die meisten gehm nur hin, um sich an der schönen Rede zu ergötzen; man lobt sie, und damit ift's gethan. Wie kann denn da auch der Emst der Predigt einen rechten Eindruck machm, wenn die Prediger manche göttliche Gesetze selbst geringschätzig behandeln. Wird dies nicht die Folge habm, daß sich die heilige Scheu vor der Uebertretung der Gebote Gottes ganz verliert, daß man auch mit dm Geboten, die sie noch festhalten wollen, glaubt nach Beliebm verfähren zu können? Würden die Rücksichten auf Achtung der Nkenschm und auf die Gesundheit, die Furcht vor öffmtlicher Sttafe und die Macht der Sitte auf einmal weggenommm, ich wüßte nicht, wie viel Tugmd ttoß der gerühmten Moralpredigtm der neuen Prediger übrig bleiben würde. Hin und wieder zeigen sich schon die verderblichen Folgm der gerühmten Freisinnigkeit. Laster, die sonst seltm in Israel warm, Trunksucht, Hurerei u. dgl. werden, wie ich höre, jetzt an manchm Orten schon häufiger. Ein leichter, flüchtiger Sinn nimmt überhand. Und wenn ein ehrbares Lebm bleibt, was ist eine Tugmd, derm Grundlage nicht die Gottesfurcht ist? Ich kann mich aber nicht überzeugen, daß diese wirklich in dem, was man mueres 3*