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Dibre Emeth · 1845-03-01 · Heft 3 (März 1845) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 3 (März 1845)
Date
1845-03-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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- 34 ■ ■ , Beruf eines Lehrers gewählt, liegt es mir nahe, auf Mittel zur Verbesserung dieses kläglichen Zustandes zu sinnen. Doch darüber will sch diHes Htzl «och Nichts sagen; es-- d^NgtEhch ^vorÄllen, Dik ÄN Bild Ndst^dM zu entwebfÄt, was hier ewigen andern Orten, die ich auf kürzere Zeit besucht, meinen Augen sich dargrboten, mein Urtheil darüber auszusprechen, um das Deinige dann zu vernehmen. Du weißt, mit welchen freudigen Hoffnungen wir unsere Heimath verließen. Es kam kein Gedanke davon in unsere Seele, daß, fehlte auch etwa da, wohin wir kommen würden, die große talmudischeGelehrfamkeit und die Strenge unserer Landsleute, sich nicht im Ganzen dieselbe gottesdienstliche Sitte und derselbe väterliche Glaube überall finden würde; dazu wollten wir uns nun noch eine neue Bildung erwerben, die, wie wir dächten, ohne unserer Religiosität zu schaden, uns einst zu Lehrem machen sollte, tüchtiger noch als unsere Väter, welche nur die Talmudschule besuchten. Aber was muß ich jetzt sagen! Es mag zu unserer Ausbildung uns nicht unnütz sein, was wir gelernt haben und noch lernen werden, aber ich kann keine Freude an der Aufklärung, die man hier zu Lande so rühmt, haben, da fie, statt das religiöse Leben zu heben, es zerstört hatt Zch würde mir eine solche Gleichgültigkeit in der Religion, welche das Heilige ohne alles Gefühl mit Füßen tritt, gar nicht als möglich denken können, wenn ich sie picht vor mir sähe; noch weniger würde ich es geglaubt haben, daß man sich einer solchen Lebensweise als eines Fortschrittes rühmm könnte. Zch will davon schweigen, daß man die täglichen Gebetsversammlungen in der Synagoge fast allgemein versäumt (wiewohl dieses in unserer Heimath als ein schweres Vergehen würde angesehen sein); wie ftech setzen sich Tausende über die Feier des. Sabbaths hinweg. Man schließt nicht einmal mehr allgemein die Läden, man treibt sein Gewerbe öffentlich oder heimlich. Die Liebe zu, den Zusammenkünften, die eine Freude unserer Väter waren, ist erkaltet. An kleinern Orten werden deshalb, indem die eine Bersammlwrg bildende Zahl von 10 Mitgliedern nicht zusammen ist, auch die Sabbathspersammlungen ausgesetzt. Za mir sind Orte bekannt geworden, wo man allmälig dahin

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