Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554542-2554545--00036-2555801- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
29 Beleuchtungen Rabbinischer Reden neuester Zeit. I. Das Testament des Patriarchen. Rede am Sabbats!) vor -er Generalversammlung der Gemeinde zu Stettin gehalten von »r. W. A. Meisel, Rabbiner. Stettin, 1843. Zn habe» beim Vorstand und der Kasse der israelttischen Gemeinde. Die Ankündigung dieser Rede in den Zeitungen lockte wohl manchen Käufer durch den Titel. Wußte man wohl, daß es mehr als einm Patriarchen giebt, so dachte man doch gleich an dm Segm Jacobs, und verstand, was der Autor darunter meinte, daß er schrieb: das Testament des und nicht eines Patriarchm. Ueber diesen Abschnitt der heiligen Schrift 1 Mos. 49, t—28., eine der frühesten Verkündigungen eines Fricdensfürstcn, „dem die Völker anhangen werden," läßt man sich gern immer wieder belehren, zumal „Jacobs Rede" kühn ist und gewaltig in abgerissenen, stark malenden Worten schroff heraustretcnd. Aber wie wird man getäuscht! wie muß man^sich wundern, daß der Hr. vr. M. Alles mehr beachtet, als das Testament des Patriarchm, das er ganz bei Seite liegen läßt. Er kontmt nicht einmal mit seinem Worttcxte zum Vorschein, denn wenn er auch in der Einleitung nebenbei über die Bezeichnung der Eigenschaften der Stammväter nach der bildlichen Sprache Jacobs redet, so trägt er doch nirgmds das Testament selbst vor, und wenn er voraussetzen sollte, daß seine Gemeinde den Text gut inne und leicht bei der Hand habe, so giebt er doch nirgends de» Hauptinhalt des Testamentes, seinen Mittelpunkt, den Kern und Stern des Ganzen an, soudem oberflächlich dahinfahrend über das ganze Leben des Patriarchen bis zu seinem Ende, nimmt er, den ersten Vers verläugnend, weil darin deutlich von einer Weissagung die Rede ist, den zweiten vor, an dem er mit einem Rabbinischm Ausspruch hängen bleibt, und entnimmt das Thema: Der Vater zeigt dm Söhnm 1) den Fluch der getheiltcn Kraft, 2) dm Segen des einmüthigen Sinnes. Die beiden ersten Verse der Rede Jacobs lauten: 1) Und Jacob berief feine Söhne und sprach: versammelt euch, daß ich mch verkim-