Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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25 Ihr die Lehre von der Dreieinigkeit aber nicht glauben, werk sie Eurer Meinung nach der gefunden menschlichen Bemunst widerspricht, nun warum tretet Ihr dann nicht stei und offen hervor und bekämpft sie als einen Zrrthum Moses, der Propheten uud ' der Rabbinen? Das würde Euch wahrlich mehr Ehre machen, als sie entweder mit Stillschweigen zu übergehen, oder ihr Borhandensein im Zudenthume zu leugnen. Ist nun aber die Lehre von der Mehrheit uud zwar gerade von der Dreiheit der Personm in dem Einen, ewigen Wesen Gottes eben so alttestamentlich und rabbinisch, wie neutestammtlich, das ist, ist diese Lehre eben so im Zudenthume, wie im Christenthume begründet, nun so ergiebt sich ja gerade das entgegengesetzte Resultat von dem, was Hr. vr. Saalschutz gefunden hat, nämlich das, daß in dieser Lehre nicht nur keine „wesmtiiche Verschiedenheit" des Zudmthums und Christenthums, sondern vielmehr die vollkommenste Uebereinstimmung stattsindet. Doch man erwidert mir vielleicht: Du bist im Zrrthume; ihr Christen seid gar nicht im Stande, so tief ins Zudenthum einzudringen, um ein richtiges Urtheil darüber, besonders aber über die besprochene Lehre, fällen zu können; dazu gehört, daß man im Zudenthume geboren und erzogen wordm ist. Das könnte doch wahrlich nur von Unwissenden ernst gemeint sein; die besser Unterrichteten wissen es ja zu gut, daß es unter dm Christen Männer gegeben hat und noch giebt, welche eine eben so gründvche Kemttniß des Thalmuds und der jüdischen Literatur besitzm, wie wenigstens die meistm neuern Rabbinm; sie wissen dieß zu gut, als daß sie so etwas im Emste behauptm solltm. Auch werden sie hoffentlich keinen Unterschied machen wollen zwischen christlicher und jüdischer Bemunst, und jener die Fähigkeit absprechen, dasselbe zu erkennm, was diese erkmnt. Bemunst ist Bemunst, gleichviel ob jüdisch oder christlich. Oder meint Ihr etwa, das Studium des A. T. würde bei dm Christm nicht so fleißig getriebm, wie bei dm Zudm? Gewiß noch mehr. Und gesetzt es wäre wirklich so, daß die Christm nicht im Stande wärm, in dm Geist desZudenchums, selbst des A. T. einzudringen, so wird man dieß doch