Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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22 dem bösen Geiste, welcher durch die falschen Propheten redete, ein persönliches vernünftiges Wesen verstanden werden muß, beweist aufs unwiderleglichste die Erscheinung, welche dem Propheten Micha zu Theil wurde, 1 Kön. 22, 19 — 22. Der Prophet sagt zu dem Könige Zsrael: „Zch sähe den Herrn sitzen auf seinem Stuhl, und alles himmlische Heer neben ihm stehen zu seiner Rechten und Linken. Und der Herr sprach: Wer will Ahab überreden, daß er hinauf ziehe und falle zu Ramoch in Gilead? Und einer sagte dieß, der andere das. Da ging ein Geist heraus, und trat vor dm Herm und sprach: Zch will ihn überredm. Der Herr sprach zu ihm: Womit? Er sprach: Zch will ausgehen und ein falscher Geist sein in aller seiner Propheten Munde. Er sprach: Du sollst ihn überredm und sollst es ausrichtm, gehe aus und thue also." Daß nun unter diesem Geiste keine bloße vemunftlose Kraft oder Wirksamkeit verstanden werden kann, sondern an ein persönliches geistiges Wesen gedacht werden muß, wird wohl niemand leugnen. Zst nun aber der falsche Geist, der durch die falschen Prophetm redete, ein persönliches vernünftiges Wesen, so werden wir mit Recht schließen, daß auch der Geist Gottes, der durch die wahrm Prophetm redete, ein persönliches vernünftiges Wesen sein 'muß. Dieß nun möge für jetzt genügen zum Beweise für die Persönüchkeit des Geistes Gottes. Wir wollen uns nun die Frage zu beantworten suchen: Was für ein Wesen wir unter dem Geiste Gottes zu verstehen haben, ob ein erschaffenes oder unerschaffenes? Und wenn dieses, in welchem Verhältnisse er dann zu Gott steht? Ein erschaffmes Wesen kann der heilige Geist zunächst deswegm nicht sein, weil ihm eben so vollkommme Heiligkeit zugeschrieben wird, wie Gott selbst. Dieß geht daraus hervor, daß er eigmtlich niemals heiliger Geist genannt wird, sondern Geist seiner oder deiner Heiligkeit, das ist, Geist der Heiligkeit Gottes. Dmn ist er der Geist der Heiligkeit Gottes, so muß er nothwendigerweise eben so heilig sein wie die Heiligkeit Gottes selbst, und muß demnach darin Gott ganz gleich sein, was von keinem erschaffenen Wesen gesagt werdm kann. Zugleich aber wird damit