Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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20 anerkennt, wird demnach von keinem Unpartheiischen geleugnet werdm können, und es bleibt uns jetzt nur noch übrig, nachzuweisen, daß es auch noch eine dritte Person in Gott anerkennt, und also mit drr Lehre des Christenchums von der Dreieinigkeit Gottes vollkommen übereiustimmt. Diese dritte Person in Gott findet das Zudenthum nun aber eben so wie das Christenthum in dem heiligen Geiste. Nach Hrn. Dr. Saalschutz soll zwar der Geist Gottes nicht eine göttliche Persönlichkeit sein, sondern „die Wirksamkeit Gottes," und darin stimmt ihm gewiß auch rin großer Theil der neuern Juden bei. Zum Beweise der Richtigkeit dieser Meinung führt Hr. Dr. Saalschütz einige Schriftstellen a», als: Zes. 40, 13., Hiob 33, 4. und 32, 8., Zes. 11, 2., 2 Mos. 31, 3. ff., Spr. 20, 27. ic. und Ps. 51, 12.13. Allein auch zugestanden, daß in diesen Stellen Geist Gottes wirklich so viel bedemete, als „Wirksamkeit Gottes" — was jedoch keineSweges der Fall ist, wie sich bald zeigen wird —, so giebt es doch eine Anzahl anderer Stellen, welche diese Bedeutung durchaus nicht zulassen, sondern im Gegentheil zur Annahme eines persönlichen und vernünftigen Wesens nöthigen. So z. B. 1 Mos. 6, 3., wo der Hm spricht: „Mein Geist soll nicht immer mit dem Menschen streiten." Mögen wir das Wort, das wir mit „streiten" übersetzen, auch im Sinne von „richten" nehmen, wie dieß Abarbanel und Aben Esra thun, es wird damit immer bewiesen, daß der Geist Gottes ein persönliches vernünftiges Wesen sein muß. Denn Richten und Streiten sind Wirksamkeiten, die nothwendigerweise von einem persönlichen vernünftigen Wesen ausgehen müssen Sollte hier nun aber „mein Geist" so viel heißen als „tyeine Wirksamkeit," so würde eine Wirksamkeit einer andern Wirksamkeit zugeschrieben, was doch aber nicht angenommen werden kann. Noch bestimmter wird die Persönlichkeit des Geistes Gottes 2 Sam. 23, 2. ausgesprochen. David sagt, oder vielmehr bekennt dort: „Der Geist des Herrn hat durch mich geredet und seine Rede, oder sein Gespräch ist auf meiner Zunge." Wenn David nun hier bezeuget, der Geist Gottes habe geredet, und seine Worte seien auf seiner Zunge, so kann er unmöglich an eine bloße Wirksam-