Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 entgegen ist. Allein ehe wir dieß chun, woüm wir uns zu überzeugen suchm, daß die heilige Schrift A. T. die Dreieinigkeit Gottes nicht nur nicht verneint, sondem sogar lehrt, woraus sich von selbst ergeben wird, daß die Behauptung des Hm. Dr. Saalschutz in der Schrift nicht begründet sein kann. Wenn wir nun auch wirklich glauben, daß in der bereits besprochenen Stelle, 5 Mos. 6, 4., der Name Gottes nicht umsonst drei Mal genannt, sondem damit allerdings auf die Dreieinigkeit hingewiefen wird, so wollen wir uns bei der Beweisführung der Wahrheit von der Dreieinigkeit Gottes doch nicht auf sie berufm; es giebt ja andere Stellen genug, in welchen die Mehrheit der Personen in Gott bestimmt ausgesprochen wird. Wir wollen nur einige dieser Stellen etwas näher beleuchten, und zwar zunächst die, welche wir gleich im ersten Kapitel der ganzen heiligen Schrift lesen. Da heißt es Bers 26 also: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen nach unserm Bilde, wie unser Ebenbild." Hier nun redet Gott in der Mehrheit und zwar so, als ob er zu andem, um ihn versammelten Personen redete und sie zur Theilnahme und Niithülfe an diesem Werke aufforderte. Es fragt sich daher, zu wem er diese Worte gesprochen? Biele von den Juden, wenigstens von den Altgläubigen, werden antwortm: Zu den Engeln. Allein dann würde nothwendiger Weise daraus folgen, daß der Mensch nicht nach dem Ebenbilde Gottes allein, sondern nach dem Ebenbilde Gottes und der Engel zugleich erschaffen worden sei. Aber dagegen spricht nicht nur, daß Moses der Engel noch gar nicht gedacht, sondem auch sogleich der folgende Vers, wo es heißt: „Und Gott schuf dm Menschen ihm zum Bilde, oder nach seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn." Eben so bestimmt wird es auch 1 Mos. 9, 6 gesagt, daß der Mmsch nicht nach Gottes und der Engel, sondern nach Gottes Ebenbilde allein gemacht ist. Zu den Engeln also kann Gott nicht geredet haben, wenn wir die Wahrheit, daß der Mensch allein nach dem Ebenbilde Gottes erschaffen ist, nicht aufgeben wollen. Andere werden daher erwiedem: Gott redet hier im Majestäts-Plural, wie die Könige, die ja auch in der Mehrheit von sich redm.