Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 wie schon gesagt, auf Eins hinaus, und beweist durchaus nichts gegen die Dreieinigkeit Gottes. Möchtet Ihr Israeliten diese Stelle nur einmal unbefangen ansehen, Ihr würdet gewiß eben so, wie wir Christen, nichts anders darin finden, als die bestimmte Erklärung von Seiten Gottes, daß Er allein Gott sei, und daß es außer ihm keinen Gott gebe, und daher auch verlange, allein angebetet und gefürchtet zu werden, und es würde Euch nicht mehr einfallen, aus diese Stelle, als die „reine Einheit" Gottes beweisend, und die Mehrheit der Personen in Gott ausschließend, so viel Gewicht zu legen. Bewiese diese Stelle wirklich so klar und bestimmt, was sie Eurer Meinung nach beweisen soll, dann wäre es doch wahrlich unbegreiflich, wie so viele christliche Dogmatiker, welche doch auch Verstand und Vernunft hatten, und noch dazu eine gute Kenntnis; der hebräischen Sprache, gerade das Gegentheil, nämlich die Dreieinigkeit Gottes, darin finden konnten. Habt Ihr daher keinen andern Grund, worauf Ihr Eure Lehre von der sogmannten „reinen Einheit," oder „Einzig - Einigkeit Gottes" baut, und keine anderen Beweise dafür, daß die Dreieinigkeit Gottes im A. T. nicht gelehrt werde, und darum auch von den Juden nicht angenommen werden könnte, dann beruht Euer Glaube nicht auf dem unerschütterlichen Fels des Wortes Gottes, sondern auf dem. sandigen Boden menschlicher Meinungen und Ged.anken, der leicht unterwühlt und weggeschwemmt werden kann, wo dann auch Euer Lehrgebäude schmählich in sich zusammenstürzen muß. Doch außer den Vernunftgründen, nach denen es Thorheit sein soll, an die Dreieinigkeit Gottes zu glauben, führt ja Hr. Dr. Saalschütz, wie bereits erwähnt, noch zwei andere an, nämlich die, daß „das Zudenthum, nach der Schriftlehre, keine Mysterien anerkenne," worauf der Glaube an einen dreieinigen Gott allein beruhe, und dann, daß „es auch nicht denjenigen Begriff des Glaubens habe, wie er sich im Christenthum herausgebildet hat." Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß der größte Theil der neuern Juden dem Hrn. Dr. Saalschütz hierinnen vollkommen beistimmt, daher wir wohl ausführlicher auf diese Meinung eingehen, und Nachweisen sollten, wie sie der heiligen Schrift ganz