Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 7-9 (April 1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 204 (sequence 46)
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נחמיה ח 204 Kap. 5. 1) Da entstand ein großes Geschrei des Volkes und seiner Frauen gegen ihre jüdischen Brüder. 2) Da gab es Leute, die sagten: Unsere Söhne und Töchter müssen wir verzinsen, denn wir möchten Korn kaufen, daß wir essen und leben! 3) Da gab es ferner Leute, die sagten: Unsere Felder und Weinberge und Häuser müssen wir verpfänden, denn wir möchten Korn kaufen in der Hungersnot! ה 0 וההי צער!ת העם ו4שיסם וגדולה אל־אהיהם היהודים: 2) ויש אשר אמרים בנינו V -i ־ T -ן וכנקינו אנחנו רבים ןנקחה תן ונאכלה ונהיה: 3) ויש אשר אמרים שדהינו וכרמינו ובהינו אנחנו ערבים ונר,הה תן ברעב: Kap. 5. V. 1. Ob und wie das aus tiefster wirschaftlicher Not hervorgebrochene ״große Geschrei“ der breiten Volksmasse, die damals wie zu allen Zeiten in dürftigen Verhältnissen lebte, und ihrer Frauen zumal, die damals wie zu allen Zeiten in ihrer Eigenschaft als Verwalterinnen der Hauswirtschaft die Sorge ums tägliche Brot am unmittelbarsten und quälendsten empfanden, mit den Ereignissen des vorigen Kapitels in Zusammenhang stehen, ob etwa die Hingabe an das heilige Werk des Maueraufbaus irgendwie zur Vernachlässigung der wirtschaftlichen Lage und zur Einbuße an Hab und Gut geführt hat: der Erzähler schweigt, und nur aus dem krassen Übergang der weihevollen Stimmung, die der stolze Bericht am Schlüsse des vorigen Kapitels von der unendlichen Opferfreude der Arbeiter und Wächter erzeugte, in die Atmo- Sphäre der Ernüchterung, der grauen Sorge ums tägliche Brot, des wilden Geschreis um die Verkümmerung und Gefährdung des nackten Lebens, in die uns der schrille Auftakt dieses Kapitels versetzt, läßt er uns den tragischen Widerstreit zwischen Ideal und Wirklichkeit erahnen, der damals wie zu allen Zeiten den Höhenflug der geistigen Kraft mit erdenschweren Ketten fesseln, hemmen, zur Tiefe niederzerren konnte. V. 2—5. Die Aufständischen zerfielen in drei Gruppen. Die erste Gruppe (V. 2) waren die gänzlich Vermögenslosen, die weder bewegliche noch unbewegliche Habe (Felder, Weinberge, Häuser) besaßen und die darum zur Beschaffung des täglichen Brotes gezwungen waren, ihre Söhne und Töchter als Pfänder für Zinsdarlehen hinzugeben. (רבים leitet Malbim von תרבית Zins ab,