Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 7-9 (April 1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 162 (sequence 4)
- Belongs to
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des Prinzips pflegt und es der thoratreuen }udenheit felber überläßt, lieh nach ihr auf ihrem Wege mitten durch die Nacht nach eigenem Ermessen zu orientieren. Will der Rabbinifche Rat wirklieh fuhren, so muß er (ich fchon entfchließen, der thoratreuen Judenheit auf ihrem Wege mitten durch die Nacht zu folgen, mehr noch: ihr voranzufchreiten, von Station zu Station. Audi die Aguda darf fich dem Weg durch die Nacht nicht versagen. Sie darf lieh nicht darauf befchränken, die Fahne des Prinzips unablässig zu fchwenken, um es den einzelnen Agudiften zu überlassen, fich den Notweg durch die Nacht zu bahnen. Wo Agudiften find, da ift auch die Aguda. Legt fich um Agudiften die Klammer zwingender [Not, so ift auch die Aguda nicht frei. Die Aguda ift wegen der Agudiften da, nicht umgekehrt. Der Weg durch die Nacht fuhrt zum Morgen. Zu einem Morgen vielleicht, dem ein Abend nicht mehr folgt. Geweisfagt ift die Nacht in all ihrer Schrecknis. Geweisfagt ift der Morgen in all seiner Schöne. O Jammer: Unser Volk wird weder geleitet in seiner Nacht noch getröftet mit seinem Morgen. Männer der Thora: erbarmt euch unseres Volks! Aguda: wie lange noch? Fünf Jahre jüdifcher Erziehung von Dir. Dr. Elias, Frankfurt a. M. Der Rückblick auf zurückgelegte Strecken ift notwendig und erlöfend, wenn Abgeschlossenes hinter uns liegt und einen freien Ausblick nach der Zukunft hin geftattet. Beides ift, zur Zeit wohl nicht der Fall. Ebensowenig wie von den verflossenen fünf Jahren jüdifcher Gefchichte im ganzen, läßt fich auch über die in ihnen geleiftete Erziehungsarbeit weder sagen, daß fie endgültig, noch, daß fie einen freien Ausblick geftattet. Die Auswirkung unserer Arbeit läßt fich auch annähernd noch nicht übersehen. Was wir wollten, konnten und taten, hat im Laufe der letzten Jahre mehrfach. verfchiedene Vorzeichen erhalten, und hat auch heute durchaus kein Dauergepräge. Wir arbeiten für die Zukunft, aber in der Arbeit tritt der Gedanke an fie zurück vor den Aufgaben, die der Tag, die Überwindung der Gegenwart,!teilt. - Trotzdem dürfen wir uns nach fünf Jahren solcher Arbeit