Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 72)
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gegen lehnt er die sefardische Aussprache der Vokale wegen der Möglichkeit der Verwechselung ab. Die beantragte Aussprache des ״o“, ,.e“, des th und ע sowie der emphatischen Konsonanten dürfte kaum als eine namhafte Äenderung gegenüber dem Minhag auch vom religionsgesetzliehen Standpunkte abzulehnen sein, da sie nur zu der alten Aussprache unserer Chachamim zurückführt, fraglich bleibt nur das ״a“, welches der Verfasser für richtig hält, das aber aus pädagogischen Gründen schwer einführbar ist. Büdiersdiau. Hans Zucker, Studien zur jüdischen Selbstverwaltung im Altertum, Schocken Verlag Berlin, 199 S. Das jüdische Staatsleben zur Zeit des 2. Tempels hat sich vorwiegend in der Form der Selbstverwaltung abgespielt. Dieser Begriff steht im Gegens!atz zur Staats- oder Reichsverwaltung, welche zunächst von den Persern, dann von den hellenistischen Reichen und später von den Römern in Judäa ausgeübt wurde. Der Verfasser untersucht, gestützt auf ein sehr umfangreiches Material, hauptsächlich die Frage nach den leitenden Kräften dieser jüdischen Selbst- Verwaltung und bringt dabei Geschichte, Aufbau und Funktionen des Synhedrions zur Darstellung. Zu bedauern ist, daß der Verfasser sich von den üblichen Vorstellungen über das Judentum und seine Quellen nicht hat frei machen können. Die Thora ist nach ihm in Babylonien kodifiziert. (S. 39) Dort entsteht auch der Typus des Schriftgelehrten. (S. 39) Schriftauslegung entspringt dem Bedürfnis, das unwandelbare Recht der Thora dem sich ständig wandelnden Rechtsempfinden anzupassen. Mittel hierzu sind die Deutungsregeln. (S. 92) In methodischer Hinsicht ist zu beanstanden, daß der Verfasser gewissermaßen von außen her, d. h. mit Hilfe des außer jüdischen Quellen- und Literaturmaterials an die Dinge lierantritt und daher durch die dort vor-' handenen Vorurteile vielfach beeinflußt ist. Die für die . ganze Epoche grundlegenden Forschungen von Halevy im Doroth Horischonim sind dagegen nicht berücksichtigt. Eine Auseinandersetzung wäre dringend geboten gewesen und hätte sicherlich auch den Verfasser vor einer Reihe von Irrtümern bewahrt. In dieser Hinsicht können n!ur einzelne Beispiele herausgegriffen werden. Entgegen der Ueherlieferung der Misehna behauptet der Verfasser (S. 104), daß auch die Bne Bethera Vorsitzende des Synhedrions gewesen seien. Nach den überzeugenden Darlegungen Halevys hat in jener Zeit ein Synhedrion im eigentlichen Sinne nicht bestanden, sodaß die Bne Bethera nur provisorisch