Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 37)
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119 des Tages wegen: Arbeit eines Höheren, des Geistigen wegen. Diese, des Menschen Aufgabe im Gan Eden ist ausgesprochen in den Worten (I. M. 2, 15) לעבדה ולשמרה. Und das bedeutet offenbar ein geistiges Ringen an sich selbst, um dem göttlichen Worte im Denken und Tun zu gehorchen. Folgt doch unmittelbar darauf der Vers: ״Da befahl Gott dem Menschen“. Auch unsere Lehrer verstehen wohl unter לעבדה dieses geistige Ringen; denn sie erklären es mit dem Worte תלמוד, laut der Sifre-Stelle zu V. B. M. 11, 13. אדם starb nicht an dem Tag, da er von der verbotenen Frucht aß. Aber ein neues Leben begann für ihn. Der Mensch ist das, was seine Lebensaufgabe ist. Und auf אדם wartete eine neue Lebensaufgabe. So war das alte Leben für ihn erloschen, erstorben. Als ein neuer Mensch wurde er in eine neue Welt versetzt. Geistiges Ringen war der Sinn des Lebens ,m Gan Eden. Und das paradiesische Glück, das in solcher Arbeit liegt, ist, daß sie im Gegensatz zu jeder anderen Betätigung niemals unfruchtbar, immer ein Vorwärtsschreiten Gott entgegen bedeutet. Und jetzt harrte seiner eine Erde, auf der der Fluch liegt, und eine Lebensarbeit, die von ihm Entsagung verlangt, weil sie Opfer auf Opfer fordert und doch Enttäuschung auf Enttäuschung bringt. An die Stelle des geistigen Ringens trat — scheinbar — körperliches Ringen. Und wieder war ein חוק die Aufgabe, die ihm gestellt wurde. Unverständlich war ihm das Verbot, nicht zu essen von der Frucht des Baumes, ״der gut war zur Speise, eine Lust für die Augen und lieblich, verständig zu machen“: Ebenso unfaßbar wird ihm und der Menschheit für alle Zeiten sein, daß Gott den Fluch in die Erde legt, damit Menschen gleichsam wie das Tier arbeiten müssen, um das Gras des Feldes zu essen, daß Gott Dornen und Disteln wachsen läßt, so daß, nein damit der Mensch in unendlicher Mühe für den Bedarf des Tages arbeiten muß. ״Im Schweiße Deines Angesichtes wirst Du Brot essen, bis Du zur Erde zurückkehrst; denn von ihr bist Du genommen, denn Staub bist Du und zu Staub kehrst Du zurück.“ Ist das der wahre Sinn des Lebens? Nein, das ist das Bild eines Lebens, das nur im Irdischen wurzelt und nur von ihm getragen wird. Ab אדם dieses Bild vor Augen sieht, erkennt er, daß dies nicht das wahre Sein ist; er erkennt, daß aus diesem Leben — aus Enttäuschung, Entsagung, Schmerz — erst das wahre Leben sich gestaltet. Denn unmittelbar darauf — scheinbar ohne Zusammen-