Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 36)
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116 vom Sinn des Judenstaates gegenüber, zwei Prinzipien, zwischen denen wohl eine schöpferische Synthese, aber kein Kompromiß möglich ist. Viele wichtige Probleme aus der politischen, wirtschaf tlichen und kulturellen Sphäre wird der neue Staat zu behandeln und zu lösen haben, aber die Kernfrage seiner Existenz, die Probe auf seine Lebensfähigkeit wird sein, ob es ihm ge־ lingen wird, jene glückliche, goldene Balance zwischen Gott und Welt zu verwirklichen, ob er die versöhnende Formel finden wird für die ewige Frage, die sich durch die jüdische Geschichte zieht: Wessen ist der Staat, ist er Gottes oder des Menschen? Die religiöse Erkenntnis.1 Von Rabbiner Dr. Ehrentreu, München. (Fortsetzung) 7. Alles war dem Menschen im Gan Eden gegeben, nur eines nicht: Die Frucht vom Baume der Erkenntnis zu genießen. ״Am Tag, da du von ihm issest, mußt du sterben“; denn dann hat das Leben seinen letzten Sinn verloren. Und dieser letzte Sinn ist: Die Erkenntnis Gottes, die Erkenntnis des Guten und des Bösen 6ich zu erringen und zwar in einem Leben nach dem Gesetze Gottes, nicht nach eigener Willkür, mag auch ein anderer Weg dem Menschen leichter, gerader, unmittelbarer erscheinen. Auch im Gan Eden war Arbeit dem Menschen Pflicht. Gerade dort, wo sich ihm der Erde Frucht in unendlicher Fülle und Mannigfaltigkeit erschloß, zur Erhaltung seines Lebens und zur Befriedigung seiner Lust darbot, offenbarte sich dem ersten Menschen und damit der Menschheit der wahre Sinn der Lebensarbeit. Es gibt eine höhere Stufe der Arbeit als jene des Bedarfs 1 Siehe Nachalath Zwi VIII5 1/2/3, S. 51—63.