Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 25)
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107 Klimax zu im Samuelischen Zeitalter. Nach den Philister« kriegen treten die Aeltesten des Volkes vor Samuel hin und verlangen die Einrichtung eines Königtums. Sie sagen: Wir können so nicht weiter existieren. Das Wagnis, dem uns diese labile Gesellschaftsordnung aussetzt, ist zu groß. Der Zwang, sich immer wieder von neuem entscheiden zu müssen, die Staatswerdung immer wieder durch freiwilligen Entschluß herbeizuführen, geht über unsere Kräfte. Wir wollen nicht mehr politisch von der Hand in den Mund leben. Wir wollen Kontinuität. Wir wollen nicht mehr die Qual der Interregna. Wir wollen eine stabile politische Ordnung, die uns der dauernden Notwendigkeit der eigenen Entscheidung enthebt. ״ והיינו גם אנחנו ככל הגוייםWir wollen sein wie alle anderen Völker, ein König soll uns richten, soll vor uns her ziehen und unsere Kriege führen.a Aber Samuel sagt ihnen: Was ihr wollt, ist ja ein noch viel größeres Wagnis. Ihr wählt euch einen viel schwereren und gefährlicherein Weg. Ihr wißt ja nicht, was der autonome;, der unmittelbaren Gottesherrschaft entzogene Staat ist. Und in seiner grandiosen Mahnrede, die mit zu den gewaltigsten Partien der Bibel gehört, schildert er ihnen den משפט המלוכה, das Wesen des Staates, den sie verlangen, zeigt er ihnen auf, wie der Staat sich den Händen seiner Schöpfer entwindet, wie er in zwangsläufiger Entwicklung ein selbstherrliches, eigengesetzliches Wesen wird, ein unheimlicher Moloch, der die Menschen verschlingt, zu deren Schutz und Obhut er ursprünglich bestellt war. Er lehrt sie das Dämonische am Staate sehen und gibt ihnen die Frage auf, ob sie denn glauben, im Rahmen dieses Staates ihrer eigentümlichen Aufgabe gerecht zu werden, die vom Judentum geforderte Balance zwischen Heiligkeit und Weltliehkeit verwirklichen zu können. ״Der König, der über euch herrschen wird, eure Söhne wird er nehmen und sie vor seinen Wagen herlaufen lassen. Sie werden seinen Acker pflügen und seine Ernte einbringen und seinen Kriegsbedarf und seine Waffen hersteilen. Eure Töchter wird er nehmen, daß sie ihm die Salben mischen und ihm kochen und ihm backen. Von euren Feldern, Weinbergen und Oelpflanzungen wird er die besten nehmen und sie seinen Beamten geben. Von eurem Saatland und euren Weinbergen wird er den Zehnten erheben und ihn seinen Beamten und Höflingen geben. Eure Sklaven und Sklavinnen und eure edelsten Jünglinge wird er für seinen Dienst verwenden.