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Nahalat tsevi · 1938-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1938) · p. Seite 102

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VIII (5698) 1937/38
Issue
Heft 4-6 (Januar 1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 102 (sequence 20)
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ist empirisch zu ersehen aus dem Verlauf der jüdischen Geschichte und aus der gültigen kodifizierten Lehre des Judentums. I Im Morgengrauen der jüdischen Geschichte ist ein Staat nicht da. Eine Anzahl blutsverwandter Stämme, geeint durch ein gemeinsames Schicksal, durch ein beherrschendes geistigreligiöses Prinzip und zusammengehalten durch das Erlebnis vom Sinai, dringen in einem gemeinsamen Eroberungsfeldzug in das Land Kanaan ein. Aber diese straffe politisch-nationale Einheit, schon während der gemeinsamen Wanderung und während der Kriegszüge mannigfachen schweren Belastungsproben ausgesetzt, die sie oft zu sprengen drohen, zerbricht endgültig im ersten Stadium der Landnahme. Der einheitlich geführte Sippenverband, der auf den gemeinsamen Namen Bne Jisrael hört, löst sich auf in eine sehr lockere Verbindung der einzelnen Stämme, die sich völlig auf den Prozeß der Seßhaftmachung konzentrieren. Das eigentliche Kriegsziel wird nicht erreicht, die gründliche Säuberung des Landes von Fremdvölkern nicht durchgeführt, die Eroberung bleibt unvollendet. Fortan führen die Stämme, eingesprengt in die nicht bezwungene einheimische Bevölkerung des Landes, oft durch feindliche Enklaven territorial voneinander getrennt, ein partikulares Dasein, in welchem das Bewußtsein der nationalen Einheit als Gottesvolk und somit auch der politischen Zusammengehörigkeit häufige Trübungen erleidet. Nur zwei Faktoren sind da, die eine weitere Schwächung dieses Bewußtseins verhindern und es unablässig am Leben erhalten: die Bundeslade zu Schiloh als geistiges Zentrum, und der Stamm Levi, der Stamm ohne Land, der, zwischen alle Stämme verstreut, so eine einigende, zusammenhaltende» Funktion ausübt. Stärker aber als diese beiden wirkt ein anderes Moment auf die Festigung der nationalen Einheit hin: die Gefahr von außen. Wie schwach auch unter den Stämmen selber das Einheitsbewußtsein sein mag, von den anliegenden Völkern werden sie als die Eindringlinge, als zusammengehörig angesehen. Und

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