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Nahalat tsevi · 1938-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1938) · p. Seite 100

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VIII (5698) 1937/38
Issue
Heft 4-6 (Januar 1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 100 (sequence 18)
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Die jüdische Siaaisidee Von Dr. Maximilian Landau (Nach einem Vortrag) Das beherrschende Ereignis der jüdischen Gegenwart, die angekündigte Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina, wirft eine Reihe von Fragen und Problemen auf, die schon im jetzigen Stadium der theoretischen Klärung bedürfen. Unter den mannigfachsten Gesichtspunkten wird in der öffentlichen Diskussion die Erscheinung des neuen Judenstaates betrachtet. Und unter allen hierbei möglichen Zusammenhängen und Fragestelhingen drängt sich wohl jedem, der ernsthaft über die Dinge nachdenkt, vor allem eine Ueberlegung auf, die so naheliegend ist, daß sie in keiner Diskussion um den Judenstaat umgangen werden kann: nämlich die Frage nach Wesen, Form und Sinn des alten, des geschichtlichen jüdischen Staates, der Wunsch, das neue, in Entstehung begriffene Gebilde einmal zu konfrontieren mit der dem alten jüdischen Staat zugrundeliegenden Idee, mit seiner Wirklichkeit und nicht zuletzt mit seiner Wirkung in die Welt. Wie war der antike jüdische Staat, was hat er im Leben der Nation und im System des Judentums bedeutet, und welche geistosgeschichtlichen Einflüsse und Wirkungen gingen von ihm aus? Das sind die Fragen, die uns in unserer heutigen geschichtlichen Situation mehr denn je erregen. Es kann sich für uns* nicht darum handeln, nun eine allseitige erschöpfende Darstellung des geschichtlichen jüdischen Staates in allen seinen Verzweigungen zu unternehmen, sondern vielmehr diejenigen seiner Elemente herauszuheben, die von der Geschichte her für die Erkenntnis des modernen Judenstaats von Bedeutung sind, vor allem für die Frage, ob zwischen dem historischen und dem Gegenwartsgebilde eine äußere oder innere Kontinuität vorhanden ist. Bevor wir allerdings in die eigentliche sachliche Erörterung eintreten, müssen wir uns zunächst — rein methodologisch — klar machen, daß in der Darstellung des jüdischen Staatswesens und der jüdischen Staatsidee die gebräuchlichen Termini, wie sie die europäische Staatslehre geprägt hat, letztlich versagen und nur Annäherungswert haben, weil sie sich mit den nicht kategorisierbaren Dingen und Verhältnissen im jüdischen Bereich niemals vollständig decken. Insbesondere ist zu beachten, daß

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