Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 17)
- Belongs to
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99 IV. Die Fahne. Es ißt gar nicht so leicht, das jüdische Volk von der Thora zu trennen. Läßt die Aguda den Ruf naeh einer Thorafront er״ schallen, dann haben die Feinde der Thora nicht mehr die Möglichkeit, ihre Siege aus unseren Fehlern zu holen. Den stärksten Anklang in der ganzen jüdischen Welt hätten alsdann folgende Rufe: 1. Ruf nach Schutz der gesamten jüdischen Familie. Kein anderes Recht der Familie darf der Staat kennen als das Familienrecht der Thora. 2. Ruf nach Schutz des Sabbath. Keine öffentliche Entweihung des Sabbath darf im Judenstaat geduldet werden. 3. Ruf nach Schutz der Thora. Keine literarische oder ähnliehe Verunglimpfung unseres einzigen Kulturgutes darf innerhalb des Judenstaates gestattet sein. 4. Ruf nach Anerkennung des überlieferten Judentums als Staatsreligion. Im Judenstaat darf kein Platz sein für die häßliehen Erfindungen assimilierter Hirne, die sich als Reformjudentum verkleiden. 5. Ruf nach Verbot des Handels mit Newelah und Trefa. Es gibt keine Gewissensfreiheit des Geldbeutels und des Magens. 6. Ruf nach Klassenfrieden. Wir waren allzu lange Verfolgte, als daß wir im Judenstaat in Verfolger und Verfolgte auseinanderfallen dürften. Wo bleibt das Arbeitsrecht der Thora? Wann werden unsere Rabbiner Führer der Arbeit sein? 7. Ruf nach Völkerversöhnung. Im Volk der Thora darf kein Chauvinismus blühen. V. 1 Schluß. Kommt der Staat, so wisset: Nicht der Staat ist unsere Schicksalsfrage, sondern die Gesellschaft. Gerade am Staat und trotz des Staates kann die Volksfamilie der Thora gesunden.