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Nahalat tsevi · 1938-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1938) · p. Seite 98

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VIII (5698) 1937/38
Issue
Heft 4-6 (Januar 1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 98 (sequence 16)
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95 gemeinde, in der Gallith entwickelt, ist viel zu eng. 3. Es muß für uns die Möglichkeit bestehen, Kommunen mit weitestgehender Selbstverwaltung zu bilden. Die sorgfältige Ausgestaltung des Schiedsgerichtswesens muß es uns gestatten, im weitesten Umfang das Recht der Thora zur Anwendung zu bringen. 4. Wir beanspruchen völlige Freiheit des Erziehungswesens. 5. Es ist klar, daß diese Minimalforderung erst recht den Zwang in sich birgt, das Recht der Thora schleunigst mit der Wirklichkeit zu konfrontieren, um zu Entwürfen zu gelangen, die die ewige Aktualität des Rechtes der Thora dartun. 6. Diese Minimalforderung, die der thorarechtlichen Volks־ familie im Staat Leben und Entfaltung sichern will, kann nur durch Schaffung einer Thorafront Nachdruck erhalten, und nur eine Thorafront kann die Volksfamilie der Thora innerhalb des Staates sichern und mächtig werden lassen. Wer es allerdings überhaupt verlernt hat, anders als in schabionisierten Kategorien zu denken und zu fühlen, wird in der Thorafront sofort die Durchbrechung der alleinseligmachenden ״Partei“ wittern und Verrat schreien. Er wird niemals begreifen, daß der Staat nur durch das Volk zu meistern ist, daß aber keine ״Partei“ das Recht hat, sich zwischen Volk und Thora zu stellen. Der viel־ leicht kommende Staat ist ein ungeheueres Novum, wie auch die jüdische Stadt ein solches Novum war. Wenn die Aguda wirklich nicht die ״Partei“ der Thora, sondern die Repräsentantin des Volkes der Thora ist, so hat gerade von ihr der Anstoß zur Schaffung der Thorafront auszugehen. Unterläßt sie es, wird Hilfe und Rettung von anderer Seite ausgehen, die Aguda aber wird im Lande völlig versteinen und schließlich nur noch als Denkmal vergangener Zeiten Übrig bleiben. Bringt die Aguda es fertig, sich in den Staat zu stellen — und die rabbinische Entscheidung von Marienbad macht es ihr zur Pflicht —, so muß sie es erst recht fertigbringen, sich ins Volk zu stellen, um dort alle Kräfte zu sammeln, die als Thorafront die Volksfamilie der Thora zu errichten und den Kampf um den Zukunftsstaat der Thora zu führen vermögen. Mögen es alle wissen: das jüdische Volk im jüdischen Lande liebt die Thora weit mehr als es — Aguda und Misrachi liebt.

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