Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 9)
- Belongs to
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nensischen Aguda nicht erkannt. Man hat aber daraus im wesentliehen keine andere Konsequenz gezogen, als mit löblichem Eifer jede religiöse Untat anzuprangem, die die jüdische Stadt Tel Awiw sich zu schulden kommen ließ. Das war gewiß auch wichtig; aber ausreichend war es sicher nicht. י Man hat eben die völlige Neuartigkeit des Problems der jüdischen Stadt nicht richtig oder nicht rechtzeitig erkannt. Man war, Orientierung und Methode ausschließlich den in Deutschland und Ungarn vorliegenden Erfahrungen entnehmend, nur auf den — Austritt als einziges Kampfmittel eingestellt und verharrte in hilfloser Untätigkeit, als dieses Kampfmittel gegenüber der jüdischen Stadt als staatähnlicher Gebietskörper&chaft nicht in Betracht gezogen werden konnte. Die Folge war furchtbar. Die Forderung des xlustritts wagte man als begriffswidrig gar nicht zu erheben. Aber zum mindesten seelisch fühlte man sich durchaus ausgetreten und erachtete sich, in seltsamer Verkennung des dem Austritt geschichtlich zugrunde liegenden höchsten Bewußtseins der Gesamtverantwortung, für die Beziehung der jüdischen Stadt zur Thora allenfalls nur im Sinne rein negativer Kritik verantwortlich. In der Gemeindegeschichte der Gola kennt man Fälle, da die Thoratreuen, vom Staat am Austritt verhindert, sich alle Institutionen einer Gemeinde selber schufen und der Gemeinde wenn auch nicht rechtlieh, so doch tatsächlich femblieben, auf den Augenblick harrend, da ihnen die Gerechtigkeit des Staates die Gemeindefesseln, die zugleich Fesseln des Gewissens waren, lösen werde. So und nicht anders verhielt man sich gegenüber der Stadt Tel Awiw, mit dem Unterschied nur, daß man natürlich keinerlei eigene städtischen Institutionen schuf — das war ja unmöglich — und daß natürlieh auch — es war ja begriffswidrig — nicht die mindeste Aussicht auf Befreiung aus der städtischen und damit staatlichen Umklammerung bestand. Nicht der leiseste Versuch ist von uns jemals gemacht worden, etwa ein Programm der Thora mit Beziehung auf die jüdische Stadt aufzustellen und für dieses Programm eine starke und zielbewußte Propaganda zu entwickeln, die alle Menschen zu einer handlungsfähigen Front hätte zusammenschließen sollen, die diesem Programm zustimmten und den Kampf um die Eroberung der jüdischen Stadt für die Thora aufzunehmen bereit waren. So kam es, daß in der jüdischen Stadt, in der auch heute noch mindestens die größere Hälfte