Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 65 (sequence 67)
- Belongs to
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65 sammenhang mit der vorhergehenden Erklärung des Anfangsteiles unseres Verses: ״Da sprach Gott zu ihm: Darum soll es an jedem, der Kain erschlägt, siebenfach geahndet werden“. Hierzu erklärt R. Jehuda: es versammelten sich die Tiere, Wild und Vögel, um für das Blut Abels Rache zu fordern. Da sprach Gott: Wer Kain tötet, wird wieder bestraft werden. Da nun die Waffe der Tiere und besonders des Wildes im Kampfe vor allem in den Hörnern besteht und sie sich so vor ihren Feinden retten können, machte Gott dem Kain ebenfalls ein. Horn, damit er sich vor dem Angriffe der Tiere, die ihn bedrohten, schützen könne und ihn nicht jedes sofort erschlage. Auch der Midrasch Tanchuma zu בראשית, Abs. 10, bringt die oben zitierte Erklärung als Ansicht mancher (יש אומרים), jedoch mit einer kleinen Abweichung. Es heißt dort קרן קבע במצחו Gott setzte ihm ein Horn an die Stirn. Es ist klar, daß nach dieser Lesart ״Horn“ nur im wörtlichen Sinne gemeint sein kann, zumal ja auch der Ort, an dem es bei Kain herauswuchs, die Stirn, genau angegeben wird. Der bekannte Midrasch über Kains Tod, der sich im nächsten Abschnitt des Tanchuma (Nr. 11) findet, macht sich gleichfalls diese Auffassung zu eigen. Es heißt dort: Lemech, ein Nachkomme Kains in der siebten Generation, war blind; er ging auf die Jagd und ließ sich von seinem kleinen Sohne an der Hand führen. Wenn das Kind ein jagdbares Tier erblickte, so sagte es dies dem Vater, und dieser schoß darauf. Eines Tages sagte der Kleine: da sehe ich etwas, das wie ein Tier aussieht! Lemech spannte den Bogen und schoß. Als das Kind von der Ferne das getötete Wesen sah, trug es ein Horn auf der Stirn. Da rief es seinem Vater zu: Da liegt etwas erschlagen, das sieht aus wie ein Mensch, hat aber ein Horn auf der Stirn! Der blinde Lemech wußte sofort, was geschehen war; er brach in Wehklagen aus und rief: Das ist mein Urahne! Vor Reue und Schmerz schlug er beide Hände zusammen und traf dabei so unglücklich den Kopf seines eigenen, vor ihm stehenden Kindes (es war Tubalkain), daß er auch dieses versehentlich erschlug. Das ist der Sinn von Lemechs Ausspruch, Kap. 4, Vers 23: Denn einen Mann habe ich getötet zu meiner Wunde und ein Kind zu meiner Beule. So blieben denn alle drei an diesem Orte zurück, erzählt der Midrasch weiter; Kain tot, Tubalkain tot, dazu der blinde Lemech, der allein nicht weiter gehen konnte. Am Abend zogen Lemechs Frauen aus, um ihn zu suchen, und fanden die drei . . . Soweit der Midrasch Tanchuma. Aus ihm geht mit aller Deutlichkeit hervor, daß Kains Horn dem eines Tieres so ähnlich war, daß es der kleine Tubalkain nicht von einem solchen unterscheiden konnte. Diese Tatsache ist um so bemerkenswerter, als das Kind, wie wir hören, der ständige Begleiter des Vaters auf dessen Jagdgängen war und sicherlich eine gewisse Uebung im Erkennen von Jagdtieren besaß. In diesem Zusammenhänge dürfte es wohl interessant sein, daß die neueste chirurgische Literatur über einen Fall von Tierhornbildung an der Stirn eines Menschen berichtet. Im Zentralblatt für Chirurgie 1937, Nr. 12, findet sich eine Beobachtung aus der Türkei, die hierher gehört. (Emiliadis, über einen seltenen Fall von Comu cutaneum humanum.) In ein Krankenhaus von Istanbul kam ein junger Mann von 32 Jahren, der an seiner rechten Stirnseite eine überflüssige Masse bemerkte. Angeblich war sie schon von Geburt auf mmm יי **'׳ -•■;v