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Nahalat tsevi · 1937-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1937) · p. Seite 61

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VIII (5698) 1937/38
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1937)
Date
1937-10-01
Page
Seite 61 (sequence 63)
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6i (der Erkenntnis) zu ,אהבת ה frei zu wählen — nach seiner Individualität. 6. Wenn dem menschlichen Geist eine solche Möglichkeit einer gewissen freien Entfaltung im Bereiche des jüdischen Lebens gegeben wird, so liegen darin wohl auch psychologische Gründe, Gott hat nun einmal den Menschen so geschaffen, daß in ihm starke rationelle, rationalistische Kräfte wohnen, die oft unbedingt zur Entfaltung drängen. Sie lassen sich wohl zurückhalten, aber nicht vernichten. Wollte man dies auch versuchen, sie leben doch im Unterbewußten und Unbewußten weiter und rauben dem Menschen die innere Ruhe und harmonische Geschlossenheit. Plötzlich brechen sie sich Bahn und wirken wie lang zurückgehaltene naturhafte Kräfte ungehemmt und riehtungslos zerstörend weiter. Werden sie aber rechtzeitig in geordnete Bahnen gelenkt, dann können sie aufbauende Arbeit leisten. Letzthin wird doch ehrliches, geistiges Streben sich über die Grenzen menschlicher Erkenntnis klar werden: der Mensch fühlt sich überwältigt von dem ״Unvergleichlichen und Unendlichen der göttlichen Weisheit44 und wird sich seiner Abhängigkeit von Gott bewußt. Dies wirkt sich religiös-sittlich aus in ענוה (Demut, Bescheidenheit) — die höchste menschliche Eigenschaft —, und religiös-geistig-seelisch in אהבת ה׳. Drei Wege der Erkenntnis Gottes gibt es für den Menschen. Es sind dies die Offenbarungen Gottes: Natur, Geschichte, Thora. Auf Grund der hohen Bedeutung der Erkenntnis ergibt sich von selbst, daß es des Menschen Streben sein muß, aus diesen Quellen so viel wie nur irgend möglich zu schöpfen. Die Urgeschichte Israels (und wohl auch die der Menschheit) kann als eine Verbindung dieser drei Offenbarungsformen gelten in dem Sinne, daß Gott in den Kreislauf der Natur und der Geschichte eingreift, um im Schicksal seines Volkes Wahrheit und Recht zum Siege zu führen und um dies Volk zum Träger des Religiös-Geistigen und Religiös-Sittlichen zu machen, wie es in der Welt der Thora niedergelegt ist. Die erhabene Stellung, die so der Erkenntnis zukommt, findet ihren Ausdruck darin, daß das Gebot אנכי ה׳ אלקיך (nach

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