Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 53 (sequence 55)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2551369-2551424-2551425--2813-2554341- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
55 Wir werden es verstehen, wenn wir den Zusammenhang betrachten, in dem die betreffende Stelle steht. Rambam bringt dort ausführliche Darlegungen aus dem Gebiet der Naturwissenschaft und anderer außer jüdischen Wissensgebiete. Um nun die Be־ rechtigung, ja Notwendigkeit solcher Studien für den jüdischen Menschen zu begründen, greift er hier das Problem der Er־ kenntnis Gottes auf: Kenntnisse auf dem Gebiet der Wissen־ schäften führen zu Erkenntnissen Gottes und diese zur Liebe Gottes. So ist es durchaus verständlich, daß er von der Thora nicht als Objekt des Nachdenkens spricht. Er will doch zunächst nachweisen, daß es auch außerhalb des jüdischen Ueberlieferungsgutes einen Weg zur Erkenntnis Gottes gibt. Dieser ist der zeit־ lieh älteste und umfassendste: er ist so alt wie das Menschengeschlecht selbst und umfaßt alle Erscheinungen der Welt (der Natur und der Geschichte). Alle Menschen können diesen Weg gehen und so Gott näher kommen. Dies ist auch der Weg, den (nach dem bekannten Midrasch) אברהם ging. Und Gott nennt ihn אברהם אהבי (Jesch. 41, 8). Am Ende des Sefer Hammada, gleichsam als Abschluß und zusammenfassendes Ergebnis dieses Buches, das die Grundfra־ gen der Weltanschauung behandelt, sagt Rambam: (תשובה \nX6 ) ,.. ועל פי הדעה תהיה האהבה ... לפיכך צריך האדם ליחד עצמו להבין ולהשכיל בחכמות ותבונות המודיעים לו את קונו כפי כה שיש באדם להבין ולהשיג ״Durch das Wissen von Gott wird die Liebe zu Gott.“ Unmittelbar vorher wurde von der Bedeutung des Thora־ Lernens gesprochen, so daß wir in diesem Zusammenhang unter dem Begriff הדעה vor allem auch die aus der Thora geschöpfte Erkenntnis verstehen dürfen. So hat Rambam hier ausgesproeben, was wir bei der früher angeführten Stelle vermißten. Eine noch klarere Aeußerung über die Bedeutung der Erkenntnis für das jüdische Leben finden wir an einer Stelle, wo man zunächst eine Erörterung unseres Problems nicht suchen würde, im ספר המצות wo er sie in die Reihe der ,,613 Ge- und Verbote“ einordnet und zwar unter 'מצוה ג': אהבת ה וזה שנחשוב ונתבונן במצותיו ומאמריו ופעולותיו ♦ .;